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Kleidertausch in Wachtberg verbindet Nachhaltigkeit und Second-Hand
In Wachtberg werden gut erhaltene Kleidungsstücke getauscht, statt sie wegzuwerfen. Die Börse der Nachhaltigkeitsinitiative wird laut General-Anzeiger Bonn immer beliebter und richtet sich an Frauen.
Das Prinzip reicht vom Oberteil bis zum Designermantel: Besucherinnen geben tragbare Kleidung weiter und finden im Gegenzug neue Stücke. Eine Besucherin setzt nach Angaben der Quelle bereits seit 20 Jahren auf Second-Hand.
Infobox: In Wachtberg steht die Weitergabe gut erhaltener Kleidung im Mittelpunkt. Der Kleidertausch verbindet Wiederverwendung mit einer gemeinschaftlichen Initiative.
NZZ fordert eine neue Sicht auf Nachhaltigkeit
Die NZZ beschäftigt sich mit der Frage, ob das bisherige Leitbild der Nachhaltigkeit den aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen noch gerecht wird. Der Beitrag beschreibt Nachhaltigkeit als global etablierten öffentlichen Mainstream, sieht aber zugleich eine wachsende Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Als wichtige Stationen nennt der Artikel den Brundtland-Bericht von 1987, die Uno-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 sowie das Jahr 2015. Damals wurden das Pariser Klimaschutzabkommen, die Enzyklika „Laudato si’“ und die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen veröffentlicht beziehungsweise beschlossen. Die Ziele reichen laut Quelle vom Zugang zu Wasser über Geschlechtergerechtigkeit und Klimaschutz bis zum Frieden und stehen unter dem Anspruch, dass „niemand zurückgelassen werden soll“.
Die NZZ kritisiert, dass sehr unterschiedliche Staaten den Nachhaltigkeitszielen zugestimmt haben, obwohl ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen teils weit auseinanderliegen. Daraus entstehe ein Spannungsverhältnis zwischen politischen Bekenntnissen und tatsächlichem Handeln.
Der Beitrag verweist außerdem auf tiefgreifende Veränderungen durch künstliche Intelligenz, Krieg in Europa und den Aufstieg Chinas. Die Welt sei nicht mehr dieselbe wie 1987 oder 2015. Eine zeitgemäße Nachhaltigkeit müsse deshalb stärker auf Resilienz, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen und eine skeptische Haltung gegenüber umfassender bürokratischer Steuerung setzen.
„Von der Nachhaltigkeit, wie wir sie kannten, ist Abschied zu nehmen.“
Der Autor Fred Luks plädiert dabei nicht für eine Untergangsperspektive. Vielmehr gehe es darum, Nachhaltigkeit neu zu bestimmen und gesellschaftliche Systeme nicht als beliebig planbar zu betrachten. Der Hitzesommer 2026 wird im Beitrag als Hinweis darauf genannt, wie viel Wohlstand auf dem Spiel steht.
Infobox: Die NZZ stellt das bisherige Nachhaltigkeitsverständnis infrage und wirbt für eine neue, resilientere und innovationsfreundliche Konzeption. Als prägende Faktoren nennt der Beitrag künstliche Intelligenz, Krieg und Chinas Aufstieg.
Zeitzer Verein erhält Engagementpreis 2026 und 5.000 Euro
Der Verein kunZstoffe – urbane Ideenwerkstatt ist mit dem Engagementpreis 2026 der VNG-Stiftung ausgezeichnet worden. Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, erhielt der Verein den Preis in der Kategorie Wissen & Lernen.
Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld von 5.000 Euro verbunden. Es kommt dem Projekt krimZkrams Zeitz zugute, das unter dem Motto „Gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft!“ Umweltbewusstsein, Kreativität und Wissen miteinander verbindet.
Das Projekt bietet regelmäßige, generationsübergreifende Angebote und schafft Räume für Begegnung, gemeinsames Lernen und den Austausch von Ideen. Die VNG-Stiftung zeichnete am 26. August im Volksbad Jena insgesamt fünf ostdeutsche Vereine aus, die sich in besonderem Maß für das Gemeinwohl einsetzen.
Elisabeth Kaiser, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, würdigte die Preisträger mit den Worten: „Jede Auszeichnung erzählt eine Geschichte von Menschen, die nicht nur Probleme sehen, sondern Lösungen schaffen.“ Auch Mandy Baum, Leiterin der VNG-Stiftung, betonte die Vielfalt und Wirkung des gesellschaftlichen Engagements in Ostdeutschland.
Neben kunZstoffe wurden die BürgerStiftung Erfurt, der Wildtulpe – Mösthinsdorfer Heimatverein, The ARCH gUG und der Mukoviszidose Selbsthilfe e.V. ausgezeichnet. Die fünf Vereine sind zugleich für den Deutschen Engagementpreis 2027 nominiert. Die nächste Bewerbungsphase für den Engagementpreis startet am 2. November 2026.
Infobox: Der Verein kunZstoffe erhält den Engagementpreis 2026 in der Kategorie Wissen & Lernen. Das Preisgeld von 5.000 Euro fließt an krimZkrams Zeitz; zugleich besteht eine Nominierung für den Deutschen Engagementpreis 2027.
Maschinenbau: Nachhaltigkeit wird vor allem von außen angetrieben
Eine gemeinsame Studie der Leuphana Universität Lüneburg und der Hochschule München untersucht, wie Nachhaltigkeitsaspekte in deutschen Maschinenbauunternehmen in Produktentwicklung und Produktion integriert werden. Darüber berichtet ingenieur.de.
Für die Untersuchung wurden Nachhaltigkeitsbeauftragte aus verschiedenen Unternehmen befragt. Auf eine Onlinebefragung folgte jeweils ein etwa einstündiges persönliches Interview. An der Onlinebefragung nahmen insgesamt 18 Unternehmen teil, 14 Unternehmen standen für ein anschließendes Interview zur Verfügung.
Die Unternehmen stammen überwiegend aus dem Maschinenbau, der 50 % der Befragten ausmacht. Die Automobilbranche sowie die Luft- und Raumfahrtindustrie stellen jeweils 11 %. Etwa die Hälfte der Unternehmen beschäftigt mehr als 5 000 Mitarbeitende und erzielt einen Jahresumsatz von über einer Milliarde Euro.
| Untersuchungsbereich | Wert aus der Studie |
|---|---|
| Teilnehmende Unternehmen an der Onlinebefragung | 18 |
| Unternehmen mit anschließendem Interview | 14 |
| Unternehmen aus dem Maschinenbau | 50 % |
| Unternehmen aus Automobilbranche | 11 % |
| Unternehmen aus Luft- und Raumfahrtindustrie | 11 % |
| Unternehmen mit mehr als 5 000 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von über einer Milliarde Euro | Etwa die Hälfte |
Nachhaltigkeitsanforderungen werden laut Studie vor allem durch externe Akteure und Vorgaben ausgelöst. Dazu zählen Material-Compliance-Anforderungen wie REACH mit 89 % sowie direkte Kundenanforderungen mit 78 %.
In den Entwicklungsprozess werden Anforderungen häufig über Lastenhefte sowie über Design Guidelines und Stage-Gate-Prozesse integriert. Design Guidelines und Stage-Gate-Prozesse werden jeweils von 50 % der Befragten genannt. Nachhaltigkeitsaspekte finden innerhalb des Produktentstehungsprozesses am häufigsten bei der Materialauswahl mit 94 % Berücksichtigung, gefolgt von Anforderungsdefinition und Konstruktionsphase mit jeweils 78 % sowie der Lieferantenauswahl mit 67 %.
| Nachhaltigkeitsaspekt | Anteil |
|---|---|
| REACH als Anforderung | 89 % |
| Direkte Kundenanforderungen | 78 % |
| Materialauswahl | 94 % |
| Anforderungsdefinition | 78 % |
| Konstruktionsphase | 78 % |
| Lieferantenauswahl | 67 % |
| Design Guidelines | 50 % |
| Stage-Gate-Prozesse | 50 % |
Bei den Methoden dominieren Material-Compliance-Bewertungen mit 72 %. Die Berechnung von Product Carbon Footprints und Corporate Carbon Footprints wird jeweils von 56 % genannt. Als Werkzeuge kommen vor allem unternehmensinterne Excel-Lösungen mit 83 %, spezialisierte PCF-/CCF-Tools mit 67 % und ERP-Systeme mit 56 % zum Einsatz.
Die Bewertung dieser Werkzeuge fällt kritisch aus. Verständlichkeit, Praxistauglichkeit und Eignung für frühe Entwicklungsphasen werden als gering bis mittel eingeschätzt, während der Anwendungsaufwand als hoch und die Datenverfügbarkeit als mittel bewertet werden.
Die Nachhaltigkeitsbewertung basiert überwiegend auf internen Daten. Dazu gehören Energieverbräuche mit 83 %, Stücklisten mit 72 % und Daten aus ERP-Systemen mit 56 %. Ergänzend werden Materialdatenbanken mit 78 % sowie Lieferantendaten mit 61 % herangezogen.
Besonders problematisch sind fehlende Informationen zur Nutzungsphase und zum End-of-Life. Diese Angaben müssen daher häufig auf Grundlage von Annahmen abgeschätzt werden. Als unternehmensinterne Entwicklungsbedarfe nennt die Studie unter anderem die Optimierung der Lieferketten mit 56 % sowie Verbesserungen im Datenmanagement und in den Entscheidungsprozessen mit jeweils 50 %.
Beim Forschungsbedarf stehen Circular Design mit 83 %, eine bessere Verfügbarkeit und Durchgängigkeit von Lieferkettendaten sowie vereinfachte und KI-gestützte LCA-Methoden mit jeweils über 60 % im Vordergrund. Außerdem werden Best-Practice-Sammlungen mit 67 % und praxisorientierte Leitfäden mit 56 % gefordert.
Die Interviews zeigen, dass nahezu alle Befragten Nachhaltigkeit ganzheitlich im Sinne des ESG-Ansatzes verstehen. In der praktischen Umsetzung liegt der Schwerpunkt jedoch häufig auf ökologischen Themen wie der Reduktion von CO2-Emissionen, höherer Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft. Soziale Aspekte werden vor allem mit Arbeits- und Gesundheitsschutz verbunden.
Zu den größten Hindernissen zählen der hohe zeitliche und finanzielle Aufwand, begrenzte personelle Ressourcen, Datenlücken entlang der Lieferkette und fehlende Planungssicherheit durch regulatorische Dynamik. Als Chancen nennt die Studie Kostensenkungen durch effizienteren Ressourceneinsatz, neue Märkte und Geschäftsmodelle im Re-Use und Re-Manufacturing sowie eine höhere Lieferkettenresilienz durch lokalere Materialkreisläufe.
- Nachhaltigkeitsziele strategisch in der Produktentwicklung verankern
- Datenmanagement hinsichtlich Vollständigkeit und Austauschbarkeit verbessern
- Benutzerfreundliche digitale und KI-gestützte Werkzeuge entwickeln
- Methoden und Datenaustausch standardisieren
- Materialforschung in Richtung Kreislauffähigkeit intensivieren
Infobox: Die Studie sieht Kundenanforderungen, regulatorische Vorgaben und Wettbewerbsdruck als wichtigste Treiber. Gleichzeitig bremsen hohe Aufwände, Datenlücken und uneinheitliche Standards die Umsetzung.
Aichach-Friedberg schafft zentrale Nachhaltigkeitsstelle ab
Der Landkreis Aichach-Friedberg wird künftig ohne Nachhaltigkeitsmanagerin auskommen müssen. Nach Angaben des Landratsamts wird die Stelle nach der Zertifizierung als „Fairtrade-Landkreis“ nicht verlängert, berichtet die Augsburger Allgemeine.
Umweltorganisationen wie der Bund Naturschutz, das Forum Zukunft und der Verein Blumenthaler Wandel kritisieren die Entscheidung. Sie kündigen an, die Zusammenarbeit mit dem Landkreis vorerst aufzugeben.
Infobox: Die Nachhaltigkeitsmanagerin-Stelle im Landkreis Aichach-Friedberg wird nach der Fairtrade-Zertifizierung nicht verlängert. Umweltorganisationen reagieren mit deutlicher Kritik und setzen die Zusammenarbeit zunächst aus.
Strengere Regeln für Umweltwerbung ab dem 27. September 2026
Für Werbung mit Umweltaussagen gelten ab dem 27. September 2026 strengere Regeln. BM online berichtet, dass die Grundlage die EU-Richtlinie 2024/825 (EmpCo) ist, die Deutschland mit dem Dritten Gesetz zur Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb in nationales Recht umgesetzt hat.
Umweltbezogene Werbung bleibt grundsätzlich erlaubt, pauschale Aussagen jedoch nicht. Wer mit ökologischen Vorteilen wirbt, muss die Aussagen konkret, nachvollziehbar und belegbar formulieren sowie direkt auf dem Medium erläutern, auf dem sie erscheinen.
Für das Tischler- und Schreinerhandwerk hat die Regelung besondere Bedeutung. Betroffen sind unter anderem Formulierungen wie „Wir arbeiten nachhaltig“, aber auch Firmennamen mit Umweltbezug und Logos, die den Eindruck einer geprüften Umweltleistung vermitteln.
Das Risiko besteht laut Quelle in wettbewerbsrechtlichen Abmahnungen durch Marktbegleiter und Umweltverbände. Dies gilt insbesondere für dauerhaft zugängliche Medien wie Websites und Social-Media-Profile.
Besondere Vorsicht ist bei FSC- und PEFC-zertifiziertem Material erforderlich. Die Lieferkettenzertifizierung geht verloren, sobald der verarbeitende Betrieb kein eigenes Chain-of-Custody-Zertifikat besitzt. Dr. Katharina Gamillscheg, Rechtsanwältin und Hauptgeschäftsführerin von Tischler Schreiner Deutschland, weist darauf hin, dass viele Betriebe mit einer Zertifizierung werben, die sie selbst nicht besitzen.
„Ohne eigenes CoC-Zertifikat endet die Kette an der Werkstatttür.“
Auch Aussagen wie „klimaneutrales Fenster“ werden problematisch, wenn sie allein auf zugekauften CO2-Zertifikaten beruhen. Der Bundesverband Tischler Schreiner Deutschland hat deshalb die Praxishilfe EmPco veröffentlicht. Sie stellt kritische Formulierungen belastbaren Alternativen gegenüber und ist über die Landesfachverbände erhältlich.
Infobox: Ab dem 27. September 2026 müssen Umweltaussagen konkret, nachvollziehbar und belegbar sein. Besonders betroffen sind pauschale Nachhaltigkeitswerbung, Hinweise auf FSC- und PEFC-Zertifizierungen ohne eigenes CoC-Zertifikat sowie Aussagen zur Klimaneutralität auf Basis zugekaufter CO2-Zertifikate.
Quellen:
- Nachhaltige Mode in Wachtberg: Oberteil gegen Designermantel: So funktioniert der Kleidertausch für Frauen
- Abschied von der Nachhaltigkeit – es ist nicht alles machbar, was wünschbar ist
- Auszeichnung für Nachhaltigkeit: Engagementpreis für Zeitz: Welcher Verein sich über 5.000 Euro freuen kann
- Nachhaltiger Maschinenbau: Status quo und Ausblick
- Nachhaltigkeitsstelle gestrichen: Umweltorganisationen laufen Sturm – was sagt der Landrat?
- Nachhaltigkeit: Vorsicht bei pauschalen Aussagen





















