Artikel 102 AEUV und Nachhaltigkeit
Fachbuch zu Wettbewerbsrecht und Nachhaltigkeit
Fundierte Analyse, wie Nachhaltigkeitsziele die Anwendung von Artikel 102 AEUV und europäisches Wettbewerbsrecht prägen.
Kurz und knapp
- Fachbuch zur Bedeutung von Nachhaltigkeitsbelangen bei der Anwendung von Artikel 102 AEUV und der Kontrolle marktbeherrschender Unternehmen.
- Verbindet europäisches Wettbewerbsrecht mit ökologischen, sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeitsinteressen sowie den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen.
- Vergleicht zentrale wettbewerbsrechtliche Denkschulen, darunter Ordoliberalismus, Chicago School und New Brandeis School.
- Beleuchtet, wie marktbeherrschende Unternehmen nachhaltige Wettbewerber vom Markt fernhalten können und welche Rolle dabei der Leistungswettbewerb spielt.
- Das entwickelte Nachhaltigkeits-Inklusionsmodell bietet eine systematische Orientierung für die rechtliche Bewertung entsprechender Fälle.
- Geeignet für Studierende, Forschende, Rechtsanwälte, Unternehmensjuristen, Wettbewerbsbehörden und nachhaltigkeitsorientierte Unternehmen.
Beschreibung:
Artikel 102 AEUV und Nachhaltigkeit beleuchtet die Frage, welche Bedeutung Nachhaltigkeitsbelange bei der Anwendung des europäischen Missbrauchsverbots haben können. Jule Halbach untersucht, ob und wie ökologische, soziale und ökonomische Interessen in die Durchsetzung von Artikel 102 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union einbezogen werden dürfen.
Das Fachbuch legt ein weites Verständnis von Nachhaltigkeit zugrunde und stellt einen Bezug zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen her. Dabei wird Nachhaltigkeit nicht isoliert betrachtet, sondern ganzheitlich in den Kontext des europäischen Wettbewerbsrechts eingeordnet. Leserinnen und Leser erhalten so einen fundierten Einblick in ein zunehmend relevantes Spannungsfeld zwischen Marktmacht, Leistungswettbewerb und nachhaltiger Entwicklung.
Die Untersuchung vergleicht zentrale wettbewerbsrechtliche Denkschulen – vom Ordoliberalismus über die Chicago School bis zur New Brandeis School. Während diese Ansätze eine unbegrenzte Berücksichtigung von Nachhaltigkeitszielen bei der Missbrauchskontrolle eher ablehnen dürften, zeigt das europäische Primärrecht mit dem Kohärenzgebot, den Unionszielbestimmungen und den Querschnittsklauseln mögliche Anknüpfungspunkte für eine weitergehende Betrachtung auf.
Besonders anschaulich wird der Ansatz, wenn man sich einen marktbeherrschenden Konzern vorstellt, der seine starke Position nutzt, um nachhaltige Wettbewerber vom Markt fernzuhalten. Genau hier stellt sich die Frage, ob Leistungswettbewerb tatsächlich nachhaltig ist oder ob die konkreten Marktstrukturen eine andere Bewertung verlangen. Das von der Autorin entwickelte Nachhaltigkeits-Inklusionsmodell bietet hierfür eine systematische Orientierung.
Artikel 102 AEUV und Nachhaltigkeit eignet sich für alle, die sich wissenschaftlich oder beruflich mit europäischem Wettbewerbsrecht, Nachhaltigkeitsrecht und der Kontrolle marktbeherrschender Unternehmen auseinandersetzen. Das Buch unterstützt dabei, aktuelle rechtliche Entwicklungen besser einzuordnen und die Verbindung zwischen nachhaltiger Wirtschaft, fairen Wettbewerbsbedingungen und europäischem Primärrecht zu verstehen.
Als Fachbuch aus den Bereichen Recht, Zivilrecht sowie Handels- und Kaufrecht richtet sich der Titel insbesondere an Studierende, Forschende, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Unternehmensjuristen sowie an Fachleute aus Wettbewerbsbehörden und nachhaltigkeitsorientierten Unternehmen. Die Bestellung erfolgt über den verlinkten Anbieter.
Letztes Update: 05.09.2026 04:03
Praktische Tipps
- Geeignet ist das Fachbuch besonders für Studierende und Forschende des europäischen Wettbewerbsrechts sowie für Rechtsanwälte, Unternehmensjuristen und Mitarbeitende von Wettbewerbsbehörden; grundlegende Kenntnisse des EU-Rechts und von Artikel 102 AEUV sind hilfreich.
- Arbeiten Sie zunächst die Abschnitte zu Artikel 102 AEUV, den Nachhaltigkeitszielen der EU und den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen durch, bevor Sie das Nachhaltigkeits-Inklusionsmodell und die wettbewerbsrechtlichen Denkschulen vergleichen.
- Erstellen Sie beim Lesen eine Übersicht, die jeweils Marktmacht, konkretes Unternehmensverhalten, mögliche Wettbewerbsbeschränkung und berücksichtigte ökologische, soziale oder ökonomische Belange gegenüberstellt.
- Nutzen Sie das im Buch entwickelte Szenario eines marktbeherrschenden Unternehmens als Fallprüfung: Prüfen Sie, ob nachhaltige Wettbewerber ausgeschlossen werden, ob Leistungswettbewerb betroffen ist und welche primärrechtlichen Anknüpfungspunkte bestehen.
- Für die Vertiefung empfiehlt sich die ergänzende Lektüre des aktuellen EU-Wettbewerbsrechts, der Kommissionspraxis zu Artikel 102 AEUV, einschlägiger Rechtsprechung des EuGH und der Literatur zu Nachhaltigkeitsvereinbarungen sowie zur Bedeutung der Unionszielbestimmungen.