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Deutschland im Klimaschutz: Zwischen Fortschritt und Nachhaltigkeitsmüdigkeit
Deutschland gilt nach Darstellung der FAZ häufig als Vorreiter im Umwelt- und Klimaschutz. Die Zeitung verweist jedoch darauf, dass dieser Eindruck nicht durchgängig von internationalen Vergleichsdaten bestätigt wird.
Vor 30 Jahren habe Deutschland in einzelnen Bereichen eine Pionierrolle eingenommen. Genannt werden die Abfalltrennung, Umweltverträglichkeitsprüfungen nach deutschem Modell sowie der Ausbau erneuerbarer Energien, der laut FAZ zwar mit hohen CO₂-Vermeidungskosten verbunden gewesen sei, zugleich aber großes Marktpotential entfacht habe.
Ein Vergleich der von Eurostat erfassten UN-Nachhaltigkeitsziele zeigt laut FAZ ein gemischtes Bild. Von 31 Kriterien zur ökologischen Nachhaltigkeit steht Deutschland in zwei Fällen an der Spitze: bei der Recyclingquote des kommunalen Abfalls und bei den Naturschutzgebieten im Meer. Viermal liegt Deutschland unter den besten fünf; bei den übrigen Kriterien bewegt sich das Land im Mittelfeld oder im unteren Drittel.
Auch bei der Dekarbonisierung sieht die internationale Klimaschutzorganisation CDP Deutschland hinter Frankreich und Großbritannien. Der Organisation haben sich 22.000 Unternehmen weltweit freiwillig angeschlossen. Deutsche Unternehmen seien französischen Unternehmen vor allem bei der Fähigkeit zurückgefallen, klimaneutrale Geschäftsmodelle zu entwickeln und umzusetzen.
| Aspekt | Angabe der Quelle |
|---|---|
| Erfasste ökologische Nachhaltigkeitskriterien | 31 |
| Kriterien mit deutscher Spitzenposition | 2 |
| Kriterien unter den besten fünf | 4 |
| Unternehmen im CDP-Netzwerk | 22.000 |
| Analysierte Unternehmen aus Dax, M-Dax und S-Dax | 71 |
| Unternehmen mit einem rechnerischen Pfad entsprechend dem Pariser Klimavertrag | 26 |
| Errechnete Erderwärmung bei unveränderter Wirtschaftsweise der Dax-Konzerne | 4,7 Grad |
Eine Analyse des Softwareunternehmens Right kam laut FAZ zu dem Ergebnis, dass die Wirtschaftsweise der Dax-Konzerne zu einer Erderwärmung um 4,7 Grad führen würde. Von 71 untersuchten Unternehmen aus Dax, M-Dax und S-Dax hätten allerdings 26 bereits so viel investiert, dass ihr rechnerischer Pfad dem des Pariser Klimavertrags entspreche.
Als wichtigen Antrieb für Veränderungen nennt die FAZ Emissionshandelssysteme der EU und anderer Wirtschaftsräume. Sie entziehen dem Markt jedes Jahr Rechte zum Ausstoß von Treibhausgasen, woraus sich ein CO₂-Preis ableitet. Dieses Prinzip sei in den vergangenen Jahren unbeliebter geworden; die Chemie- und Stahlindustrie habe zuletzt dagegen Stellung bezogen.
Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung untersuchte laut FAZ 500 Klimaschutzinstrumente. Nur ein Zehntel habe den Ausstoß von Emissionen spürbar verändert, und alle erfolgreichen Instrumente hätten einen CO₂-Preis einbezogen. Die Integration der Bereiche Wohnen und Mobilität in den Emissionshandel werde trotzdem frühestens im Jahr 2028 erwartet.
Die Zeitung beschreibt außerdem offene Fragen bei der Wärmewende, der Finanzierung von Netzen und dem Umgang mit finanziellen Risiken durch Biodiversitätsverlust sowie Wasserknappheit und Wasserqualität. Unternehmen seien vielfach nicht nachhaltig müde, sondern wünschten sich verlässliche Rahmenbedingungen für langfristige Investitionen.
„Nachhaltige Veränderungen entstehen nicht allein durch einzelne Projekte“, heißt es in der FAZ sinngemäß zur Bedeutung verlässlicher Strukturen und langfristiger Ansätze.
Infobox: Deutschland nimmt bei einzelnen Nachhaltigkeitskriterien Spitzenpositionen ein, liegt insgesamt aber häufig im Mittelfeld oder im unteren Drittel. Die FAZ sieht im CO₂-Preis, verlässlichen Rahmenbedingungen und ingenieursbasierten Geschäftsmodellen wichtige Ansatzpunkte.
Goslar zeigt beim Zukunftsfest Ideen für mehr Nachhaltigkeit
In Goslar haben Akteure aus Stadt und Landkreis bei einem Zukunftsfest zahlreiche Ansätze für mehr Nachhaltigkeit vorgestellt. Nach Angaben von Goslarsche.de wurde die Veranstaltung vom Klimaschutzmanagement, der Volkshochschule und dem „MachMit!Haus“ ausgerichtet.
Das Fest fand auf dem Jakobikirchhof statt und war laut Quelle gut besucht. Die beteiligten Initiativen und Einrichtungen präsentierten dort einen „bunten Markt der Ideen“ und luden die Besucher dazu ein, sich mit unterschiedlichen Möglichkeiten nachhaltigen Handelns auseinanderzusetzen.
Im Mittelpunkt standen nicht einzelne politische Beschlüsse, sondern die Vielfalt der lokalen Akteure und ihrer Ideen. Die Veranstaltung verband damit Informationen, Austausch und öffentlich sichtbares Engagement aus Stadt und Landkreis.
Infobox: Das Goslarer Zukunftsfest brachte lokale Akteure auf dem Jakobikirchhof zusammen. Im Mittelpunkt standen zahlreiche Ideen und Ansätze für mehr Nachhaltigkeit.
Technische Hochschule Brandenburg startet öffentliche Vortragsreihe
Unter dem Titel „Klima im Wandel, Energie, Nachhaltigkeit und Mobilität“ veranstaltet die Technische Hochschule Brandenburg im Wintersemester 2026/2027 erneut eine öffentliche Vortragsreihe. Darüber berichtet Meetingpoint Brandenburg.
Die vier Veranstaltungen finden an vier Donnerstagen jeweils ab 18 Uhr im Audimax der Hochschule in der Magdeburger Straße 50 in Brandenburg an der Havel statt. THB-Präsident Prof. Andreas Wilms lädt alle Interessierten ein; die Vorträge können laut Quelle außerdem per Livestream verfolgt werden.
Eröffnet wird die Reihe am Donnerstag, 8. Oktober, durch Prof. Michael Vollmer, einen ehemaligen Physikprofessor der THB. Sein Vortrag trägt den Titel „Einführung zum Klimawandel: verdrängt und unbequem!“ und behandelt den wissenschaftlich seit Jahrzehnten nachgewiesenen Klimawandel, seine gesellschaftliche Wahrnehmung sowie daraus entstehende Herausforderungen und Handlungsoptionen.
Vollmer will Ursachen und Folgen des Klimawandels erläutern, aktuelle Entwicklungen wissenschaftlich einordnen und der Frage nachgehen, warum der Umgang mit dem Thema häufig von Unsicherheit, Verdrängung oder Ablehnung geprägt sei. Die Organisation der öffentlichen Vortragsreihe übernimmt er in diesem Jahr letztmalig.
| Datum | Vortrag | Referent |
|---|---|---|
| 8. Oktober | „Einführung zum Klimawandel: verdrängt und unbequem!“ | Prof. Michael Vollmer |
| 29. Oktober | „Freiheit und Verantwortung rund um die Mobilität“ | Prof. Dr. Thomas Götze |
| 19. November | „Mobilität auf der Schiene“ | Dr. Bernhard Knierim |
| 10. Dezember | „Kann der Kapitalismus das Klima retten?“ | Prof. Dr. Ulrich Brasche |
Die weiteren Termine widmen sich der Verantwortung rund um Mobilität, dem Verkehr auf der Schiene und der Frage, ob der Kapitalismus zur Rettung des Klimas beitragen kann. Nach Angaben von Meetingpoint Brandenburg sollen alle Vorträge aktuelle Informationen und Gelegenheit zur Diskussion bieten.
Michael Vollmer hatte bereits in den vergangenen beiden Wintersemestern öffentliche Vortragsreihen zu Astronomie und optischen Phänomenen durchgeführt. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand war er bis Februar 2026 noch drei weitere Jahre als Seniorprofessor der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung an der THB aktiv.
Infobox: Die THB bietet im Wintersemester 2026/2027 vier öffentliche Vorträge zu Klimawandel, Mobilität, Nachhaltigkeit und Kapitalismus an. Beginn ist jeweils um 18 Uhr im Audimax; zusätzlich ist eine Teilnahme per Livestream vorgesehen.
DRK-Kleiderladen in Wehr-Öflingen feiert zehnjähriges Bestehen
Der Kleiderladen des DRK Wehr Öflingen hat sein zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Die Badische Zeitung berichtet, dass das Sozialprojekt in Wehr weit mehr als Second-Hand-Kleidung biete und beim Jubiläum vor allem das ehrenamtliche Engagement gewürdigt worden sei.
Der Titel des Beitrags stellt den Laden als Beispiel für „zehn Jahre gelebte Nachhaltigkeit“ heraus. Im Mittelpunkt stehen damit die Wiederverwendung von Kleidung und die Arbeit der Ehrenamtlichen, die das Angebot über einen Zeitraum von zehn Jahren getragen haben.
Weitere in der Quelle enthaltene Angaben zum Ablauf des Jubiläums oder zu konkreten Mengen und Angeboten des Kleiderladens sind nicht nutzbar. Daher beschränkt sich der Bericht auf die genannten Informationen.
Infobox: Der Kleiderladen DRK Wehr Öflingen besteht seit zehn Jahren. Die Badische Zeitung hebt neben dem Second-Hand-Angebot insbesondere das ehrenamtliche Engagement und den Nachhaltigkeitsgedanken hervor.
Netzwerk Jugendhilfe verbindet Nachhaltigkeit und Kindeswohl
Wie Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe ökologisch nachhaltiger handeln und zugleich die Rechte junger Menschen stärken können, war Thema eines Treffens des katholisch-caritativen Netzwerks „Jugendhilfe nachhaltig. vernetzt“. Nach Angaben von Osthessen|News fand das Treffen im September in der zur Caritas im Bistum Fulda gehörenden Kinder- und Jugendhilfe St. Elisabeth in Fulda statt.
Im Mittelpunkt standen der fachliche Austausch, Einblicke in die Arbeit des gastgebenden Jugendhilfeverbundes St. Elisabeth und die gemeinsame Weiterentwicklung nachhaltiger Ansätze. Die Teilnehmenden berieten darüber, wie Nachhaltigkeit dauerhaft in den Strukturen und im pädagogischen Alltag der Kinder- und Jugendhilfe verankert werden kann.
Besprochen wurden Veränderungen energetischer Konzepte, Natur- und Umweltbildung, Klimaschutz, Biodiversität, Beschaffung und Verpflegung. Außerdem ging es um die Beteiligung junger Menschen an Veränderungsprozessen.
- energetische Konzepte
- Natur- und Umweltbildung
- Klimaschutz
- Biodiversität
- Beschaffung und Verpflegung
- Beteiligung junger Menschen
Das Netzwerk bringt insbesondere stationäre Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe zusammen. Es soll den Austausch von Erfahrungen und erprobten Konzepten ermöglichen, gemeinsames Lernen fördern und neue Handlungsmöglichkeiten entwickeln.
Ziel ist es laut Osthessen|News, Einrichtungen bei der sozial-ökologischen Transformation zu unterstützen und Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe der Kinder- und Jugendhilfe zu stärken. Christof Schneider, Leiter des Jugendhilfeverbundes St. Elisabeth, betont die Bedeutung engagierter Menschen, verlässlicher Strukturen und des Austauschs zwischen Einrichtungen.
„Nachhaltige Veränderungen entstehen nicht allein durch einzelne Projekte. Sie brauchen engagierte Menschen, verlässliche Strukturen und den Austausch zwischen Einrichtungen“, erklärt Christof Schneider laut Osthessen|News.
Das Netzwerk ist aus dem Projekt „Natur (er)leben! Kinder- und Jugendhilfe packt an“ hervorgegangen. Das Projekt ermöglicht jungen Menschen und pädagogischen Fachkräften praktische Naturerfahrungen, erweitert Wissen und Handlungsmöglichkeiten in den Bereichen Biodiversität, Natur- und Klimaschutz und unterstützt Einrichtungen dabei, Bildung für nachhaltige Entwicklung im Alltag zu verankern.
Ein weiterer Schwerpunkt war das gemeinsame Positionspapier „Kindeswohl in der Klimakrise – achten, schützen, gewährleisten“, das zeitgleich mit dem Netzwerktreffen veröffentlicht wurde. Mehr als 80 Institutionen unterstützen das Papier, darunter der Jugendhilfeverbund St. Elisabeth, der Bundesverband Caritas Kinder- und Jugendhilfe e. V. und das Netzwerk „Jugendhilfe nachhaltig. vernetzt“.
Die unterzeichnenden Organisationen weisen darauf hin, dass die Klimakrise Gesundheit, Entwicklungschancen und Rechte von Kindern und Jugendlichen gefährde. Sie fordern, das Kindeswohl bei politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen zur Bewältigung der Klimakrise konsequent zu berücksichtigen sowie Kinder und Jugendliche zu schützen, zu beteiligen und in ihrer Handlungsfähigkeit zu stärken.
Infobox: Das Netzwerk „Jugendhilfe nachhaltig. vernetzt“ will Nachhaltigkeit dauerhaft in der Kinder- und Jugendhilfe verankern. Mehr als 80 Institutionen unterstützen das Positionspapier „Kindeswohl in der Klimakrise – achten, schützen, gewährleisten“.
Quellen:
- Deutschland kann intelligenter CO₂ vermeiden
- Goslar präsentiert viele Ideen für mehr Nachhaltigkeit
- Wissenschaft im Dialog: Vier Perspektiven auf Klima, Nachhaltigkeit und Mobilität
- Klimafreundlicher Betrieb: Lidl-Filiale Rhaunen setzt auf Nachhaltigkeit
- Zehn Jahre gelebte Nachhaltigkeit: Kleiderladen DRK Wehr Öflingen feiert zehnjähriges Jubiläum
- Netzwerk Jugendhilfe besucht die Caritas Kinder- und Jugendhilfe














