Nachhaltigkeit wird zum strategischen Erfolgsfaktor für Wirtschaft und Gesellschaft

Autor: Nachhaltigkeit-Wirtschaft Redaktion

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Nachhaltigkeit wird strategisch: Festivals, Selbstversorgergärten, Umweltstationen und der Einkauf setzen auf Ressourcenschutz, Bildung, Digitalisierung und nachhaltige Lieferketten.

Nachhaltigkeit wird zur strategischen Aufgabe – vom Metal-Festival bis zur Lieferkette

Metal-Festivals setzen auf Müllvermeidung und Ressourcenschutz

Das Metal Hammer berichtet über Nachhaltigkeitsmaßnahmen auf deutschen Metal-Festivals. Beim Summer Breeze Open Air stehen die Aktivitäten seit 2020 unter dem Motto „Less Trash, More Thrash“. Für den Bereich arbeitet die Nachhaltigkeits-Managerin Minou Alirezazadeh eng mit der Festival-Produktion zusammen; während der Veranstaltung unterstützen sie bis zu zehn Personen bei der Umsetzung.

Ausgangspunkt war laut Alirezazadeh die vor sechs Jahren wachsende Menge an Müll und der zunehmende Ressourcen-Verbrauch auf Festivals. Das Summer Breeze setzt deshalb unter anderem auf Mülltrennung mit lokal produzierten und von einer Lebenshilfe zusammengestellten Mülltüten, ein Entsorgungskonzept für Food-Stände sowie biologisch abbaubares Einweggeschirr. Ergänzt wird das Angebot durch einen Foodsharing-Stand, ein vereinfachtes System zur Pfandrückgabe und wassersparende Vakuumtoiletten.

Im Green-Camping-Areal verzichtet das Festival auf Stromaggregate. Besucher verpflichten sich dort zur Sauberkeit, außerdem wird Biomüll kompostiert.

Auch das Wacken Open Air verfolgt mit „Green Wacken“ ein eigenes Nachhaltigkeitskonzept. Das Festival findet auf landwirtschaftlichen Flächen statt, die vor und nach der Veranstaltung bestellt werden. Laut Mitbegründer Thomas Jensen sollen gemeinsam mit Partnern neue Projekte ausprobiert, Erkenntnisse gewonnen und erfolgreiche Maßnahmen künftig weiter genutzt werden.

„Wenn wir wollen, dass Festival-Kultur auch langfristig bestehen kann, müssen wir aktiv Verantwortung übernehmen und neue Standards schaffen“, sagt Minou Alirezazadeh laut Metal Hammer.

Infobox: Das Summer Breeze verbindet Mülltrennung, Foodsharing, biologisch abbaubares Einweggeschirr, wassersparende Toiletten und Green Camping. Wacken konzentriert sich mit „Green Wacken“ unter anderem auf die nachhaltige Nutzung landwirtschaftlicher Flächen.

Vom Schrottplatz zum Selbstversorgergarten

Die Münsterland Zeitung stellt den Garten von Birgit Brinker aus Legden vor. Auf einer vielleicht etwa 150 Quadratmeter großen Fläche baut die 53-Jährige Gemüse und Kräuter an. Aus ersten Zierkürbissen während der Corona-Pandemie im Jahr 2020 entwickelte sich ein vielseitiger Garten, in dem unter anderem Kartoffeln, Möhren, Freilandgurken, Rosmarin, Kapuzinerkresse, Basilikum, Bohnen, Mangold, Paprika, Zwiebeln, Himbeeren und Erdbeeren wachsen.

Vor der Umgestaltung lag auf der Hoffläche in der Bauerschaft Isingort Schrott. Nachdem dieser entfernt worden war, entstand zunächst ein Hochbeet mit verschiedenen Kohlsorten. Ein anfänglicher Rückschlag durch Kohlfliegen veranlasste Brinker, sich mit Fachbüchern und weiteren Informationen intensiver in das Gärtnern einzuarbeiten.

Die Grundlage der Bodenpflege bildet Mist, der im Spätherbst auf der Fläche verteilt wird. Im Frühjahr wird die Fläche gefräst. Während der Saison verwendet Brinker selbst hergestellten Dünger aus Brennnesseln, die sie zwei Wochen in Wasser ansetzt.

Die größte tägliche Arbeit ist das Gießen. Morgens dauert es rund eine Stunde, abends eineinhalb Stunden. Die Fläche ist in vier Bereiche unterteilt, außerdem wechselt jedes Jahr die Fruchtfolge. Kartoffeln werden nicht auf dieselbe Fläche gesetzt, weil sie als Starkzehrer dem Boden viele Nährstoffe entziehen.

Bei den Einlegegurken verzeichnete Brinker eine besonders große Ernte: Sie hat bereits neuneinhalb Kilo geerntet. Überschüssiges Gemüse gibt sie an Familienmitglieder und Freunde weiter, damit nichts weggeschmissen wird. Ihr Speiseplan richtet sich nach dem, was gerade reif ist.

Auch mit Zucchini und Erdbeeren machte sie Erfahrungen. Im vergangenen Jahr setzte sie 22 Zucchini-Pflanzen, reduzierte die Zahl in diesem Jahr zunächst auf zwölf und pflanzte später sechs weitere nach. Von den acht gekauften Erdbeerpflanzen berichtet sie, diese seien „explodiert“. Zum ersten Mal baute sie in diesem Jahr Knoblauch an; die geernteten Knollen lagen laut Bericht trocken auf einer Mauer.

Infobox: Birgit Brinker bewirtschaftet eine vielleicht etwa 150 Quadratmeter große Fläche, nutzt Mist und selbst hergestellten Brennnesseldünger und verteilt überschüssige Ernte an Familienmitglieder und Freunde. Die Einlegegurken-Ernte lag bereits bei neuneinhalb Kilo.

Umweltstationen in Oberbayern feiern Jubiläen

Der Merkur berichtet über das Jubiläum von drei staatlich anerkannten Umweltstationen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Die Umweltstation Königsdorf und die Ökologische Akademie blicken auf 30 Jahre Bildungsarbeit zurück. Die Umweltstation im Bildungszentrum Don-Bosco-Kloster Benediktbeuern besteht seit 31 Jahren.

Mit Veranstaltungen und Mitmachangeboten wollen die Einrichtungen ihre Arbeit vorstellen. Den Auftakt bildete eine eineinhalbtägige Bildungsaktion der Umweltstation Königsdorf für eine achte Klasse. Im Mittelpunkt standen psychische Gesundheit und Resilienz, die in pädagogischen Einheiten und einem gemeinsamen Praxisprojekt behandelt wurden.

Die Ökologische Akademie in Lenggries öffnet am Samstag, 26. September, ihre Türen. Besucher können die Räume und Bildungsangebote kennenlernen und mit dem Team ins Gespräch kommen. Außerdem sollen neue Kooperationen mit Vereinen, Kommunen und Initiativen angestoßen werden.

Die Umweltstation im Bildungszentrum Don-Bosco-Kloster Benediktbeuern bietet am Dienstag, 29. September, ein Jubiläumsprogramm für Schulklassen an. Für Erwachsene ist am 27. und 28. Oktober die Fachtagung „Von und mit Tieren lernen“ vorgesehen.

Alle drei Einrichtungen gehören dem „Qualitätsnetzwerk BNE in Bayern“ an und sind Teil des regionalen Netzwerks „Bildung für nachhaltige Entwicklung im Oberland“. Ihr gemeinsames Ziel ist es, Menschen für nachhaltiges Handeln zu sensibilisieren und Bildung für nachhaltige Entwicklung erlebbar zu machen.

Die Umweltstation Königsdorf arbeitet auf einem rund 30 Hektar großen Gelände mit Wald, Wiesen und Gewässern. Dort erleben Kinder, Jugendliche und Erwachsene Natur bei Exkursionen, Seminaren oder Schlauchboottouren. Heute stehen insbesondere Klimawandel, nachhaltiges Handeln und Selbstreflexion im Mittelpunkt. Seit 2022 bildet die Umweltstation gemeinsam mit Partnern Klimapädagoginnen und -pädagogen aus.

Die Ökologische Akademie entwickelte ihre Arbeit unter anderem mit Teamtagen entlang der Isar, der Begleitung kommunaler Agenda-21-Prozesse und der berufsbegleitenden Weiterbildung „Umweltbildung/Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Der inzwischen 15. Ausbildungskurs startete im April. Seit dem Umzug nach Lenggries im Jahr 2023 finden die meisten Veranstaltungen dezentral in der Region und darüber hinaus statt.

In Benediktbeuern erleben jährlich rund 10.000 Kinder und Jugendliche Natur und nachhaltige Lebensweisen. Die Angebote finden unter anderem im Naturlehrgebiet des Klosterlandes, in den Loisach-Kochelsee-Mooren, im Bergwald sowie am Kochelsee und an der Loisach statt. Hinzu kommen Programme für Familien und Erwachsene sowie Naturschutzmaßnahmen wie die Wiedervernässung von Moorflächen und die extensive Bewirtschaftung von Moorgrünland.

EinrichtungAngabe aus der Quelle
Umweltstation Königsdorf30 Jahre Bildungsarbeit
Ökologische Akademie30 Jahre Bildungsarbeit
Umweltstation Benediktbeuern31 Jahre Bestehen
Umweltstation BenediktbeuernJährlich rund 10.000 Kinder und Jugendliche
Bayern67 staatlich anerkannte Umweltstationen

Infobox: Drei Umweltstationen im Landkreis feiern 30 beziehungsweise 31 Jahre Bildungsarbeit. In Benediktbeuern erleben jährlich rund 10.000 Kinder und Jugendliche Natur und nachhaltige Lebensweisen; bayernweit gibt es derzeit 67 staatlich anerkannte Umweltstationen.

Strategischer Einkauf soll Nachhaltigkeit und Digitalisierung verbinden

Ein Beitrag von Springer Nature Link beschreibt den Wandel des Einkaufs vom operativen Bestellbüro zum strategischen Steuerungszentrum der externen Wertschöpfung. Felix Dalstein und Thomas Mademann stellen dar, wie Unternehmen mit datenbasierter Transparenz, nachhaltiger Lieferantenentwicklung, prädiktivem Risikomanagement und Total Cost Management ihre Einkaufssteuerung stärken können.

Der Beitrag nennt geopolitische Risiken, neue Regulierungen und disruptive Technologien wie künstliche Intelligenz als Faktoren dieses Wandels. Im Mittelpunkt stehen Lieferanten- und Warengruppenmanagement, ergänzt um neue Anforderungen und digitale Möglichkeiten.

Die zentrale Aussage lautet, dass Transparenz und gezielte Steuerung Resilienz, Handlungsfähigkeit und Wettbewerbsvorteile sichern sollen. Nachhaltigkeit wird dabei nicht isoliert betrachtet, sondern mit Lieferantenmanagement, Risikobewertung und wirtschaftlicher Steuerung verbunden.

Der Beitrag wurde am 06. August 2026 veröffentlicht. Er gehört zum „Handbuch Nachhaltige Beschaffung“ und trägt den Titel „Strategisches Einkaufsmanagement als Hebel für die nachhaltige und digitale Transformation“.

Infobox: Springer Nature Link beschreibt strategischen Einkauf als Verbindung von Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Lieferantenmanagement, Risikomanagement und Total Cost Management. Der Beitrag wurde am 06. August 2026 veröffentlicht.

Resiliente Lieferketten sollen Risiken und Emissionen verringern

Materialfluss beschreibt Resilienz und Nachhaltigkeit als zentrale Anforderungen an moderne Lieferketten. Nach den Erfahrungen mit dem blockierten Suez-Kanal, der Pandemie und geopolitischen Spannungen soll Widerstandsfähigkeit gegenüber kurzfristiger Effizienz stärker priorisiert werden.

Als Reaktion wird das Just-in-Case-Prinzip genannt. Unternehmen sollen Vorkehrungen treffen, damit ein Einzelereignis nicht ganze Wertschöpfungsketten lähmt. Resilienz umfasst dabei nicht nur die Absorption eines Schocks, sondern auch die Fähigkeit zur raschen Wiederherstellung nach Störungen.

In den Führungsetagen wird laut Materialfluss stärker hinterfragt, woher Rohstoffe und Komponenten stammen und wie schnell alternative Bezugsquellen verfügbar sind. Ein scheinbarer Preisvorteil kann durch Lieferverzögerungen, Expresstransporte oder Vertragsstrafen schnell verloren gehen. Resilienz soll deshalb Ausfallrisiken proaktiv minimieren und die Rendite schützen.

Als mögliche Strategie wird ein Portfolio-Ansatz genannt. Kritische Komponenten sollen auf mehrere Standbeine verteilt, Lieferketten regional diversifiziert und Risiken mithilfe digitaler Transparenz frühzeitig erkannt werden. Genannt werden außerdem Dual Sourcing, strategische Lagerbestände und flexible Transportwege.

Im Beitrag wird die regionale Produktion als ein möglicher Baustein beschrieben. Ein Großteil der Lösungen und Komponenten von KNAPP entsteht in Europa. Automatische Lagersysteme wie das Evo Shuttle oder das AeroBot System werden in Österreich entwickelt und produziert. Daraus ergeben sich laut Beitrag kurze Entwicklungszyklen, enge Abstimmungsprozesse, klares Technologieverständnis und hohe Qualitätsstandards.

Nachhaltigkeit umfasst laut Materialfluss neben CO2-Reduktion auch soziale Kriterien und Governance-Aspekte. Dazu zählen Arbeitsbedingungen bei Lieferanten sowie transparente und ethische Geschäftspraktiken entlang der gesamten Lieferkette. Auch Vorlieferanten sollen in das Risikomanagement einbezogen werden.

Für die Bewertung von Beschaffungsentscheidungen wird der Total Cost of Ownership herangezogen. Dabei werden alle Kosten über den gesamten Lebenszyklus und über alle Lieferstufen hinweg berücksichtigt, einschließlich Lieferzeitrisiken, Lagerkosten, Qualitätskosten und Abwicklungskosten. Ein nominell teureres Angebot kann dadurch insgesamt günstiger sein, wenn es weniger Pufferbestände, kaum Eilfrachten und eine hohe Qualität zur Folge hat.

„Cheapest“ ist nicht mehr automatisch best – „reliable and responsible“ gewinnt, heißt es im Beitrag von Materialfluss.

Infobox: Materialfluss stellt resiliente, diversifizierte und digital transparente Lieferketten als Verbindung von Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit dar. Für die Kostenbewertung sollen nicht nur Stückpreise, sondern sämtliche Kosten über den Lebenszyklus berücksichtigt werden.

Quellen: