Nachhaltigkeit verbindet Kantine, Kommune und Unternehmen deutschlandweit

Autor: Nachhaltigkeit-Wirtschaft Redaktion

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Der Artikel zeigt Nachhaltigkeit in Kantine, Stadtfest und Kommunalpolitik sowie neue Kennzeichnungspflichten für freiwillige Garantien im Handel.

Nachhaltigkeit verbindet Kantine, Kommune und Unternehmenspraxis

Bad Homburg: Lilly-Kantine kombiniert Nachhaltigkeit mit Genuss

In der Kantine des Pharmaunternehmens Lilly in Bad Homburg stellt ein Automat Hafermilch her. Die Milchalternative wird im Betriebsrestaurant, im ganztägig geöffneten Kiosk-Coffeeshop mit Barista-Service und in den Kaffeeautomaten auf den Büroetagen verwendet. Sodexo verfolgt damit nach Darstellung der FAZ das Ziel, Beschäftigten eine Milchalternative anzubieten und den CO₂-Ausstoß des Betriebs zu senken.

Das Betriebsrestaurant verfügt über 90 Sitzplätze und eine große Terrasse. Täglich essen dort 250 bis 300 der insgesamt 350 Beschäftigten. Ein Ampelsystem zeigt den Beschäftigten an, ob sie mit dem Essen noch warten sollten. Das Angebot ist über eine App einsehbar; künftig sollen darüber auch Buchung und Bezahlung möglich sein.

Am Salatbuffet wird grammweise abgerechnet. Nach Angaben der FAZ soll dies der Gerechtigkeit dienen und verhindern, dass zunächst zu große Mengen genommen und anschließend weggeworfen werden. Küchenchef und gastronomischer Leiter Daniel Mehnert berücksichtigt bei der Planung unter anderem das Wetter und weitere Parameter, um einzuschätzen, wie viele Beschäftigte kommen und welche Gerichte gefragt sein könnten.

Montags und freitags ist die Kantine weniger stark frequentiert. Als besondere Angebote gibt es an diesen Tagen unter anderem frische Waffeln oder Eis vom Gelato-Wagen. Freitags ist der Kaffee vom Barista für die Mitarbeiter kostenlos; zusätzlich kann auf der Terrasse ein Barbecue angeboten werden.

Auf dem Speiseplan stehen Klassiker wie Schnitzel und Pizza, daneben gibt es jeweils ein vegetarisches und ein veganes Gericht. Die pflanzenbasierten Gerichte würden immer stärker nachgefragt, berichtet Mehnert. Die Kantine wird von Mehnert, drei weiteren Köchen und elf zusätzlichen Mitarbeitern bewirtschaftet und übernimmt außerdem das Catering für Veranstaltungen des Unternehmens.

Zum Konzept gehört auch Integration. Unter den Mitarbeitern der Kantine sind Menschen mit Einschränkungen, die über eine Zusammenarbeit mit den Oberurseler Werkstätten beschäftigt werden. Zu den Auszubildenden gehören auch Menschen mit Fluchtgeschichte. Betriebsleiter Sebastian Bauer sagt dazu:

„Oft sind wir der erste Arbeitgeber für diese Leute.“

Die regulären Hauptgerichte kosten nach Angaben des Küchenchefs zwischen 4,40 und fünf Euro. Frischer Fisch sowie Saisongerichte wie Spargel oder Gänsebrust kosten auch mal acht Euro. Salate werden mit 1,50 Euro je 100 Gramm berechnet.

Eine von Sodexo in Auftrag gegebene Studie von Yougov mit mehr als 1000 befragten Beschäftigten kommt laut FAZ zu dem Ergebnis, dass das Mittagessen für 41 Prozent der Mitarbeiter im Arbeitsalltag wichtig ist. 32 Prozent messen ihm weniger Bedeutung bei. Bei den 18- bis 34-Jährigen betrachten 52 Prozent das Mittagessen als wichtigen Tagesanker. Für 63 Prozent der Befragten spielt der Geschmack des Essens die Hauptrolle.

Die Kantine reagiert darauf mit Wunschaktionen, bei denen beispielsweise ein Hühnerfrikassee als „Leibgericht von Daniel“ angeboten wird. Auch Currywurst mit Pommes steht gelegentlich auf dem Speiseplan; die Pommes werden mit weniger Fett im Airfryer zubereitet.

Infobox: Die Lilly-Kantine verbindet Hafermilch aus eigener Produktion, grammweise abgerechnete Salate, pflanzenbasierte Gerichte und Maßnahmen gegen Lebensmittelabfall mit preisbewussten Angeboten und Integrationsarbeit. Die regulären Hauptgerichte kosten zwischen 4,40 und fünf Euro, Salate 1,50 Euro je 100 Gramm.

Gudensberg: Stadtfest setzt auf Beteiligung und Klimaschutz

In Gudensberg steht das Stadtfest vom 4. bis 6. September unter dem Motto „Gemeinsam feiern – gemeinsam verändern“. Wie die HNA berichtet, soll sich der Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Bürgerbeteiligung durch die Veranstaltung ziehen.

Die Innenstadt wird von Freitag bis Sonntag zur Festmeile. Auf zwei Bühnen am G1 und in der Untergasse sind Musik, Begegnungen und Angebote für die ganze Familie vorgesehen. Stände und kulinarische Angebote ergänzen das Programm.

Bei der Vorbereitung konnten Bürger über eine neu eingerichtete Veranstaltungsarbeitsgruppe Ideen und Wünsche einbringen. Bürgermeisterin Sina Massow bezeichnet das Fest als Gelegenheit, zu zeigen, was Ehrenamtliche, Bürger und Mitarbeiter der Stadt gemeinsam auf die Beine stellen. Ein Ergebnis der Bürgerbeteiligung ist ein Spielsachen-Basar, den der Verein „Mach mit“ im G1 organisiert.

Am Sonntag ab 15 Uhr gestalten Kinder und Jugendliche gemeinsam mit Klimamanagerin Laura Heiderich und der Jugendpflege Pflanzenkübel mit herbstlichen und insektenfreundlichen Pflanzen. Kinder der Kita Sonnenstrahl und Kastanienweg sowie der Grundschule in Gudensberg haben Insektenhotels gebastelt, die zum Stadtfest in der Innenstadt aufgehängt werden sollen. Pflanzelemente und florale Dekorationen werden über das Festgelände verteilt; Informationen über Igel und ein Naturparkmobil ergänzen das Angebot.

Das musikalische Programm beginnt am Freitag um 19.50 Uhr mit der Eröffnung und Begrüßung durch Bürgermeisterin Sina Massow, um 20 Uhr folgt Fabian Fenner. Am Samstag stehen unter anderem Brazzo Brazzone und die Smash Eventband auf dem Programm. Der Sonntag richtet sich verstärkt an Familien und umfasst unter anderem den Auftritt von „Herr Müller und seine Gitarre“.

Weitere Angebote sind ein FSG-Fußball-Court, der Schießstand des Schützenvereins und am Sonntag das Offene Atelier des Künstlerquartiers. Neu ist ein Informationsstand der Stadt, an dem Mitarbeiter der Verwaltung, Stadträte und die Bürgermeisterin über aktuelle Projekte informieren und für Fragen zur Verfügung stehen.

Auch Sicherheitsmaßnahmen gehören zur Planung. Die Zufahrten werden laut HNA mit Sperren und teilweise mit Fahrzeugen gesichert. Gemeinsam mit Niedenstein und Edermünde hat Gudensberg Fördermittel für zusätzliche Sicherheitsabsperrungen beantragt; der Förderbescheid wurde von Hessens Innenminister Roman Poseck überreicht.

Infobox: Das Gudensberger Stadtfest findet vom 4. bis 6. September statt. Nachhaltigkeit wird durch Pflanzenkübel, insektenfreundliche Pflanzen, Insektenhotels, Informationen über Igel und ein Naturparkmobil sichtbar gemacht; Bürgerbeteiligung zeigt sich unter anderem im Spielsachen-Basar.

Schwabmünchen: Hans Pfänder übernimmt Umweltreferat

In Schwabmünchen ist Hans Pfänder als Referent für Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit vorgesehen. Die Augsburger Allgemeine berichtet, dass Bürgermeister Benjamin Schorer die Referenten künftig stärker in die politische Arbeit einbinden will.

Pfänder ist Biobauer aus Überzeugung. 1984 gehörte er im Raum Schwabmünchen zu den Ersten, die ihren konventionellen Milchviehbetrieb auf biologische Bewirtschaftung umstellten. 1998 folgte die vollständige Umstellung auf den Anbau von Feldgemüse.

Der 75-Jährige sitzt im 13. Jahr für die Grünen im Stadtrat. In den kommenden sechs Jahren ist er für das Referat Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit zuständig. Im Mittelpunkt steht damit die Frage, wo Schwabmünchen bei Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen steht und wohin sich die Stadt in den kommenden Jahren entwickeln soll.

Infobox: Hans Pfänder ist seit dem 13. Jahr für die Grünen im Schwabmünchner Stadtrat. Der 75-jährige Biobauer übernimmt für sechs Jahre das Referat Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit.

Brüssel: Handel soll freiwillige Garantien kennzeichnen

Der Handel muss ab Monatsende Hinweise zu freiwilligen Garantien anbringen. Das berichtet die Lebensmittel Zeitung und ordnet die Vorgaben der viel diskutierten EmpCo-Richtlinie zu.

Die Vorschriften treffen nach Darstellung der Quelle viele Unternehmen dennoch überraschend. Inhaltlich geht es um die Kennzeichnung freiwilliger Garantien, die über gesetzliche Vorgaben hinaus angeboten werden.

Infobox: Ab Monatsende gelten für den Handel Hinweispflichten zu freiwilligen Garantien. Grundlage sind laut Lebensmittel Zeitung Vorschriften der EmpCo-Richtlinie.

Oldenburger Münsterland: Unternehmen suchen Austausch über Transformation

Im Oldenburger Münsterland haben sich Unternehmen bei Wernsing Feinkost über Nachhaltigkeit und Transformation ausgetauscht. Nach Angaben von om-online.de wurde dabei der Ruf nach einer engeren Brücke zwischen Wirtschaft und Politik laut.

Im Mittelpunkt stand damit die Frage, wie Unternehmen den Wandel gestalten und welche Verbindung zwischen betrieblicher Praxis und politischen Rahmenbedingungen erforderlich ist. Der Austausch ordnet Nachhaltigkeit als Thema ein, das sowohl die Wirtschaft als auch die Politik betrifft.

Infobox: Unternehmen aus dem Oldenburger Münsterland diskutierten bei Wernsing Feinkost über Nachhaltigkeit und Transformation. Dabei wurde eine engere Verbindung zwischen Wirtschaft und Politik gefordert.

Aachen veröffentlicht ersten gesamtstädtischen Nachhaltigkeitsbericht

Die Stadt Aachen hat erstmals ihre ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aktivitäten systematisch dokumentiert. Der erste gesamtstädtische Nachhaltigkeitsbericht umfasst 162 Seiten und zeigt laut Aachener Zeitung sowohl Fortschritte als auch Lücken.

Als Grundlage dient der Berichtsrahmen Nachhaltige Kommune 2.0. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung entwickelte diese Vorlage 2024 für Verwaltungen. Sie umfasst acht Steuerungskriterien und elf Handlungsfelder, die sich in 62 Berichtsaspekte gliedern.

Der Bericht soll damit nicht nur einzelne Projekte darstellen, sondern Nachhaltigkeit in verschiedenen Bereichen der Verwaltung erfassen und messbar machen. Die umfassende Struktur erklärt nach Darstellung der Aachener Zeitung den Umfang von 162 Seiten.

Infobox: Aachen legt erstmals einen gesamtstädtischen Nachhaltigkeitsbericht vor. Der Bericht ist 162 Seiten lang und orientiert sich am 2024 entwickelten Berichtsrahmen Nachhaltige Kommune 2.0 mit acht Steuerungskriterien, elf Handlungsfeldern und 62 Berichtsaspekten.

Quellen: