Nachhaltigkeit verbindet Bildung, Wirtschaft und Klimaschutz in Hessen und Bayern

Autor: Nachhaltigkeit-Wirtschaft Redaktion

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Nachhaltigkeitsprojekte in Hessen, Bielefeld und Wilstedt verbinden Bildung, Wirtschaft, Ökologie und soziale Verantwortung; Trolli plant in Neunburg Expansion und eigene Stromerzeugung.

Nachhaltigkeit wird zum Lern- und Wirtschaftsthema

Hessen: Apfelsaft als Klimaprojekt im Frankfurter Grüngürtel

Im Frankfurter Stadtteil Praunheim haben 21 Drittklässler der Elberfeldschule alte Apfelsorten wie Rheinischer Bohnapfel, Gloster und Renetten zu Apfel-Birnen-Saft verarbeitet. Das Keltern fand direkt vor Ort und mechanisch statt und wurde von der F.A.Z. als „klimafreundlichster Apfel-Birnen-Saft der Stadt“ beschrieben.

Das Projekt des Vereins „Umweltlernen in Frankfurt“ bringt seit 23 Jahren Naturbildung an Schulen. An drei Terminen im Frühjahr, Sommer und Herbst wird der Frankfurter Grüngürtel vom „Erholungsraum“ zum „Bildungsraum“. Im schulischen Begleitprogramm geht es um Zusammenhänge zwischen Biodiversität, Ernährung, Klima und dem eigenen Einkauf.

Die Aktion war Teil des neunten „Tags der Nachhaltigkeit Hessen“. Der Aktionstag wurde 2010 im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes ins Leben gerufen und findet alle zwei Jahre statt. Ministerien, Initiativen, Stiftungen und Kirchengemeinden beteiligen sich mit Aktionen wie Baumpflanzungen, Müllsammelaktionen, Podiumsdiskussionen und weiteren Veranstaltungen.

In diesem Jahr waren die Veranstaltungen zugleich Teil der bundesweiten Initiative „Deutsche Aktionstage Nachhaltigkeit“ und der „Europäischen Nachhaltigkeitswoche“, die parallel bis zum 8. Oktober stattfinden. Die lokalen Projekte stehen laut F.A.Z. im Zusammenhang mit den 17 Nachhaltigkeitszielen des globalen UN-Aktionsplans „Agenda 2030“, darunter hochwertige Bildung sowie verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster.

„Nachhaltigkeit bedeutet, all diese Perspektiven zusammenzudenken – Ökonomie, Ökologie und Soziales“, sagte Prof. Dr. Angelika Sawczyn-Müller laut Osthessen|News.

Infobox: Das Frankfurter Schulprojekt verbindet alte Apfelsorten, Naturbildung und praktische Erfahrungen mit Biodiversität, Ernährung und Klima. Der „Tag der Nachhaltigkeit Hessen“ wurde 2010 ins Leben gerufen und findet alle zwei Jahre statt.

Bielefeld: Arminia zeigt soziale und ökologische Maßnahmen

Der DSC Arminia Bielefeld hat erstmals eine Stadionführung zum Thema Nachhaltigkeit angeboten. Dabei zeigt der Verein, wie er soziale und ökologische Maßnahmen umsetzt.

Die Neue Westfälische berichtet, dass die Führung Nachhaltigkeit im Umfeld des Fußballvereins sichtbar machen soll. Weitere Einzelheiten zu einzelnen Maßnahmen oder zum Ablauf der Stadionführung enthält der vorliegende Quellenauszug nicht.

Infobox: Arminia Bielefeld nutzt eine erstmalige Stadionführung, um soziale und ökologische Maßnahmen des Vereins zu erläutern.

Fulda: Unternehmen und Wissenschaft suchen nach nachhaltigen Strategien

Auf dem Campus der Hochschule Fulda begann am Mittwochmorgen die Nachhaltigkeitstagung Fu³lda. Nach Angaben von Osthessen|News kamen zahlreiche Menschen aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um darüber zu sprechen, wie Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zukunftsträchtig und nachhaltig investieren können.

Prof. Dr. Angelika Sawczyn-Müller betonte zur Begrüßung, Nachhaltigkeit lasse sich nicht auf die Reduktion von CO2, erneuerbare Energien oder Ressourcenschonung beschränken. Ebenso gehörten soziale Verantwortung und wirtschaftlicher Erfolg dazu. Nachhaltigkeit müsse daher aus den Perspektiven Ökonomie, Ökologie und Soziales zusammen gedacht werden.

Die Tagung startete mit Grußworten um 9 Uhr. Prof. Dr. Karim Khakzar, Präsident der Hochschule Fulda, hob die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN hervor und erklärte, dass es an der Hochschule Fulda fast zu jedem Ziel einen Studiengang gebe. Der Praxisbezug und der Transfer zwischen Wissenschaftlern und Unternehmen sollten dafür sorgen, dass Wissen auch Anwendung findet.

Insgesamt acht Professoren hielten Vorträge. Zu den Themen gehörten nachhaltige Lieferketten, die Finanzierung von Dekarbonisierung, nachhaltiges Personalmanagement und bezahlbare Energien für regionale Unternehmen.

Michael Ruhl, Staatssekretär im hessischen Ministerium für Landwirtschaft, stellte einen möglichen Zusammenhang zwischen nachhaltigem Wirtschaften und langfristiger Unternehmensstabilität heraus. Zugleich verwies er auf Zielkonflikte und darauf, dass Hessen Nachhaltigkeit in die Verfassung aufgenommen habe.

Michael Konow, Hauptgeschäftsführer der IHK Fulda, beschrieb die regionale Perspektive. Laut seiner Darstellung gibt es Sorgen, dass die Wende zu einer nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft den Wohlstand in Deutschland gefährden könnte. Studien und Umfragen würden zudem zeigen, dass die Skepsis in den vergangenen Jahren gewachsen sei und Klimaschutz für die Menschen generell eine kleinere Rolle spiele.

„Als IHK haben wir natürlich eine Gesamtverantwortung für die Wirtschaft, die auch Aspekte der nachhaltigen Entwicklung beinhaltet“, sagte Michael Konow laut Osthessen|News.

Infobox: Die Nachhaltigkeitstagung Fu³lda brachte Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Im Mittelpunkt standen unter anderem nachhaltige Lieferketten, Dekarbonisierungsfinanzierung, Personalmanagement und bezahlbare Energien.

Wilstedt: KGS-Schüler erproben nachhaltige Landwirtschaft

Die Klasse 8d der KGS Tarmstedt hat sich während einer Projektwoche praktisch mit nachhaltiger Landwirtschaft beschäftigt. Die Schülerinnen und Schüler besuchten das Gelände der Artefakt-Olivenölgenossenschaft in Wilstedt und arbeiteten dort unter anderem an einem Regenwurmkompost, zerkleinerten Pflanzenkohle, ernteten Bohnen, bereiteten Beete vor und pflanzten Bäume.

Der Besuch war Teil einer Themenwoche des gesamten achten Jahrgangs. Zuvor hatten sich die Jugendlichen im Unterricht mit Nachhaltigkeit, den Folgen des Klimawandels und den Auswirkungen heutiger Landwirtschaft beschäftigt. Zu den weiteren Programmpunkten gehörte eine Exkursion ins Teufelsmoor bei Osterholz, bei der die Bedeutung der Moore für den Klimaschutz thematisiert wurde.

Auch der Weg nach Wilstedt war Teil des Projekts: Die Klasse lief von Tarmstedt zum Artefakt-Gelände und zurück und sammelte unterwegs Müll. Klassenlehrer Ous Nyane erklärte laut Weser-Kurier, dadurch sei für viele erst sichtbar geworden, wie viel Abfall in der Umwelt liege.

Sebastian Neese von Artefakt erläuterte das Konzept der Agroforstwirtschaft. Dabei werden Ackerpflanzen und Bäume auf derselben Fläche kombiniert. Bäume können Schatten spenden, den Wind bremsen und dazu beitragen, Feuchtigkeit im Boden zu halten. Pflanzenkohle kann Wasser und Nährstoffe speichern und Bodenlebewesen zusätzlichen Lebensraum bieten, während Regenwurmkompost dem Boden Nährstoffe zuführt.

Das Gelände in Wilstedt dient zugleich als Versuchsstandort. Verglichen werden sollen eine bearbeitete Versuchsfläche, eine unbehandelte Vergleichsfläche und eine Kuhweide. Untersucht werden Bodenbeschaffenheit, Feuchtigkeit, Temperatur, Nährstoffe und weitere Faktoren. Das Projekt soll nach derzeitiger Planung bis Ende 2027 laufen.

Der Weser-Kurier berichtet, dass das Vorhaben zum größten Teil über ein EU-Förderprogramm mit einem Volumen von rund 60.000 Euro gefördert wird. Die Gemeinde Wilstedt und Artefakt beteiligen sich jeweils mit 15 Prozent. Neben der Forschung soll die Fläche weiterhin für Bildungsangebote genutzt werden; laut Neese haben bereits einige Landwirte Interesse an dem Projekt bekundet.

Die Jugendlichen nahmen aus dem Aktionstag nach eigenen Angaben vor allem mit, wie viel Arbeit hinter nachhaltiger Landwirtschaft steckt. Als konkrete Möglichkeiten im Alltag nannten sie Müllvermeidung, bewussteres Einkaufen und einen sorgsameren Umgang mit Lebensmitteln. Die Projektwoche endet mit Präsentationen in der Schule, unter anderem zu nachhaltiger Kleidung, dem Schutz der Moore und Verbesserungsmöglichkeiten an der eigenen Schule.

„Im Mittelpunkt steht die Agroforstwirtschaft“, sagte Sebastian Neese laut Weser-Kurier.

Infobox: Die KGS-Schüler verbanden Unterricht und praktische Arbeit. Das Versuchsfeld in Wilstedt untersucht Agroforstwirtschaft, Pflanzenkohle und Regenwurmkompost; das Projekt soll bis Ende 2027 laufen und wird zum größten Teil über ein EU-Förderprogramm mit einem Volumen von rund 60.000 Euro gefördert.

Neunburg: Trolli erweitert Produktionsflächen und plant eigene Stromerzeugung

Trolli will seinen Standort in Neunburg im Landkreis Schwandorf erweitern. Der Architekt des Projekts, Andreas Kowal, stellte die Maßnahmen dem Neunburger Stadtrat vor; das Bauvorhaben erhielt erwartungsgemäß grünes Licht.

Nach Darstellung der Mittelbayerischen Zeitung handelt es sich um die größte Investition in der Firmengeschichte. Geplant ist nicht nur eine Erweiterung der Produktionsflächen. Das Trolli-Werk will auch den Strom für die Fruchtgummiherstellung so weit wie möglich selbst erzeugen.

Das Vorhaben wird als weiterer Schritt zur langfristigen Weiterentwicklung des Neunburger Standorts beschrieben. Weitere Angaben zu Investitionssumme, Umfang der Produktionsflächenerweiterung oder zur geplanten Stromerzeugung enthält der vorliegende Quellenauszug nicht.

Infobox: Trolli erweitert den Standort Neunburg und setzt dabei auf zusätzliche Produktionsflächen sowie eine möglichst weitgehende eigene Stromerzeugung für die Fruchtgummiherstellung.

Aschersleben: Schüler präsentieren Müllmonster und faire Mode

Die Pestalozzischule in Aschersleben hat im Rahmen der Ascherslebener Nachhaltigkeitswoche eine Nachhaltigkeitsmesse veranstaltet. Die Schülerinnen und Schüler präsentierten dabei Arbeitsergebnisse aus vorangegangenen Projekttagen und setzten sich mit Umwelt und nachhaltigem Verhalten auseinander.

Zu den Themen gehörten Upcycling und faire Mode. Außerdem besuchten 70 Gastschüler aus Schönebeck die Veranstaltung. Die Messe sollte die unterschiedlichen Projekte der Schülerinnen und Schüler öffentlich zeigen und ein Zeichen für umweltbewusstes Verhalten setzen.

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, dass die Jugendlichen ihre Ergebnisse im Rahmen einer Schulmesse am Montagvormittag vorstellten. Der Schwerpunkt lag darauf, Nachhaltigkeit nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern anhand eigener Arbeiten sichtbar und verständlich zu machen.

Infobox: Die Pestalozzischule verband eine Nachhaltigkeitsmesse mit Schülerprojekten zu Upcycling und fairer Mode. An der Veranstaltung nahmen außerdem 70 Gastschüler aus Schönebeck teil.

Quellen: