Nachhaltigkeit im Wandel: Investitionen, Industrie, Klimaanpassung und Alltag

Autor: Nachhaltigkeit-Wirtschaft Redaktion

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Nachhaltigkeit bleibt für Investoren und Unternehmen wichtig, während KI, Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft Effizienz fördern. Klimaanpassung und Landwirtschaft zeigen den dringenden Handlungsbedarf vor Ort.

Nachhaltigkeit zwischen Kapitalanlage, Industrie und Alltag

Institutionelle Investoren halten an Nachhaltigkeit fest

Nachhaltigkeit bleibt bei vielen institutionellen Investoren fest im Investmentprozess verankert. Wie kreditwesen.de berichtet, haben geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Herausforderungen, die Diskussion über künstliche Intelligenz und politischer Gegenwind, insbesondere in den USA, Nachhaltigkeitsfragen zuletzt jedoch stärker in den Hintergrund gedrängt.

Der Beitrag von Harald Rieger, Leiter Institutionelles Kundengeschäft bei der Union Investment Management GmbH in Frankfurt am Main, plädiert deshalb für einen nüchternen Blick auf nachhaltige Kapitalanlagen. Zugleich wird deutlich, dass Nachhaltigkeit trotz veränderter Rahmenbedingungen für viele institutionelle Anleger weiterhin ein Bestandteil ihrer Anlageentscheidungen bleibt.

Nachhaltigkeit ist bei vielen institutionellen Investoren fest im Investmentprozess verankert.

Infobox: Institutionelle Investoren setzen laut kreditwesen.de weiterhin auf Nachhaltigkeit, auch wenn geopolitische, wirtschaftliche und politische Entwicklungen das Thema zuletzt überlagert haben.

Festo sieht KI als Innovationstreiber für nachhaltige Industrie

Künstliche Intelligenz und Digitalisierung entwickeln sich für Festo zu zentralen Innovationstreibern. Im Interview mit produktion.de erklärt Dr. Elias Knubben, Leiter Forschung und Entwicklung, dass zusätzlich der verschärfte internationale Wettbewerb, insbesondere mit asiatischen und chinesischen Unternehmen, den Druck zur technologischen Weiterentwicklung erhöht.

KI eröffnet nach Einschätzung von Knubben neue Möglichkeiten in der Automatisierung. Anwendungen könnten verbessert werden, während Unternehmen zugleich gefordert seien, sich durch technologischen Fortschritt von Lösungen abzuheben, die in anderen Teilen der Welt kostengünstiger produziert werden.

Bei der Entwicklungsgeschwindigkeit komme es demnach nicht allein auf Schnelligkeit an. Entscheidend seien die technologische Qualität und der technische Anspruch; auch bei hoher Komplexität müssten diese gewährleistet bleiben.

Für die Nachhaltigkeit sieht Festo zwei wesentliche Einsatzbereiche der künstlichen Intelligenz. Der erste betrifft die Effizienz: Mit weniger Energie soll mehr erreicht werden, etwa indem Bewegungen schneller ausgeführt werden und dabei weniger Energie verbrauchen. KI könne dabei helfen, die Regelgüte zu verbessern.

Der zweite Bereich ist die Digitalisierung von Komponenten. Informationen darüber, wie lange eine Komponente im Einsatz ist, wie viele Bewegungen sie ausgeführt hat und unter welchen Bedingungen sie betrieben wurde, könnten aus Stromverbräuchen oder Drehzahlmessungen abgeleitet werden. Dadurch könnten Produkte länger im Feld eingesetzt oder gezielt einem Refurbishment zugeführt werden.

Festo sieht neben KI vor allem die Digitalisierung als wesentlichen Innovationstreiber. Weitere Felder sind neue Geschäftsmodelle im Bereich der Kreislaufwirtschaft sowie die Automatisierung biologischer Prozesse.

Im Interview wird dafür der Begriff „Chem to Bio“ verwendet. Gemeint ist, chemische Prozesse durch biologische Verfahren zu ersetzen. Mithilfe von KI sollen biologische Prozesse besser verstanden und effizienter, robuster und schneller gestaltet werden. Als mögliche Anwendungsfelder nennt Festo die Herstellung von Rohstoffen, neue Lebensmittel, künstliches Fleisch, vegane Produkte, Pharmazeutika und Kosmetika.

Technologieoffenheit bleibt für Festo ein strategisches Merkmal. Ob eine Bewegung elektrisch, pneumatisch, hydraulisch oder fluidisch umgesetzt werde, sei für die Kunden in der Praxis zunächst zweitrangig. Entscheidend sei die bestmögliche Lösung für die jeweilige Anwendung.

Infobox: produktion.de beschreibt KI, Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft und „Chem to Bio“ als zentrale Innovationsfelder von Festo. Nachhaltigkeit wird dabei mit Energieeffizienz, längerer Produktnutzung und neuen biologischen Produktionsverfahren verbunden.

Schulhöfe ohne Bäume zeigen Defizite bei der Klimaanpassung

Die Klimaanpassung wird im Deutschen Architekt:innenblatt als zentrale Planungsaufgabe beschrieben. Gleichzeitig seien die Förderlinien dünn, während viele Schulhöfe weiterhin durch versiegelte und baumlose Flächen geprägt seien.

Als Beispiel nennt das Deutsche Architekt:innenblatt die klimaangepasste Vorentwurfsplanung eines Schulcampus in Mössingen auf der Schwäbischen Alb. Dort lernen und arbeiten rund 1.000 Menschen; der Schulhof wird als „baumlose, versiegelte, staubige Fläche“ beschrieben.

Die Landschaftsarchitektin Sonja Blaser vom Büro faktorgruen erhielt für das Projekt den Publikumspreis des ARCHITEKTINNENPREIS akbw 2026. Die Jury würdigte den Schulcampus als Beispiel dafür, wie Akteure vor Ort an die Problematik des Klimawandels herangeführt werden und daraus einen bewussten Umgang mit dem eigenen Handeln ableiten können.

Darauf zu warten, dass die Politik etwas unternimmt, funktioniert nicht mehr.

Auch Albrecht Reuß, Vorstand der Architektenkammer Baden-Württemberg und Stadtplaner, fordert ein anderes Verhältnis zwischen grünen, unversiegelten und versiegelten Flächen. Seine zentrale Botschaft lautet: „Mehr Grün und mehr Wasser.“

Die Bedeutung von Bäumen für den Hitzeschutz hebt Tim Kayser von Planstatt Senner hervor. Er engagiert sich im Kompetenzteam Nachhaltigkeit der Architektenkammer Baden-Württemberg und war an einem Positionspapier beteiligt, das landesweit einheitliche Regelungen und Sanktionierungen zum Baumschutz fordert.

Nach Darstellung des Beitrags gibt es bereits zahlreiche Ideen, Konzepte und Kenntnisse über die Kühlungswirkung von Bäumen, Retentionsflächen und Begrünungen. Die Umsetzung scheitere jedoch teilweise an der Finanzierung. Für den Mössinger Schulcampus konnte eine erste Förderrunde der Richtlinie „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen (AnpaSo)“ genutzt werden; eine Anschlussförderung für die Umsetzung sei bisher nicht bestätigt.

FördergegenstandZuschuss
Trinkwasserspender in hitzebelasteten stark frequentierten öffentlichen Räumen und auf Schulhöfen5.000 Euro
Pflanzung eines mindestens 10 Jahre alten Baumes700 Euro
Förderfenster „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ für die Erarbeitung von KonzeptenGesamtvolumen 10 Millionen Euro

Das Deutsche Architekt:innenblatt berichtet außerdem über das Tool „Stadt.Klima.Ungleichheit“ von Maren Tetting. Die ausgezeichnete Masterarbeit soll anhand von Indikatoren wie Alter, Miethöhe und Einkommen Wohnbebauungen identifizieren, in denen vulnerable Gruppen unter Extremhitze besonders leiden und Klimaanpassungsmaßnahmen dringend erforderlich sind.

Infobox: Der Beitrag zeigt, dass Begrünung, Wasserflächen und Hitzeschutz bei der Stadt- und Freiraumplanung an Bedeutung gewinnen. Für soziale Einrichtungen und Kommunen bleibt jedoch offen, wie die Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen finanziert werden kann.

Nachhaltigkeit wird in der Landwirtschaft konkret

Die Glocke beschreibt Nachhaltigkeit als Thema, das sich nicht nur in Klimazielen, Energiewende und fairen Lieferketten zeigt. Im Alltag werde es an staubigen Äckern, vertrocknendem Mais und der Belastung von Tieren durch Hitze sichtbar.

Der am 15.08.2026 veröffentlichte Beitrag von Jutta Kalbhenn verweist damit auf konkrete Auswirkungen in der Region. Genannt werden unter anderem Ackerflächen in Gütersloh und die Warnung des Landwirts Hermann Birkenhake vor einem Verlust regionaler Ernährung.

Die Darstellung verbindet große politische und wirtschaftliche Nachhaltigkeitsfragen mit regionalen Beobachtungen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Folgen von Trockenheit und Hitze für Landwirtschaft, Ernährung und den Alltag vor Ort.

Infobox: Die Glocke rückt die praktischen Folgen von Hitze und Trockenheit in der regionalen Landwirtschaft in den Mittelpunkt und verbindet sie mit der Frage nach nachhaltiger Ernährung und regionaler Versorgung.

Leverkusen lädt Unternehmen zum Nachhaltigkeitsstammtisch ein

In Leverkusen soll der Nachhaltigkeitsstammtisch Unternehmen zusammenbringen und einen Austausch über konkrete Lösungen für den betrieblichen Alltag ermöglichen. Die vierte Veranstaltung dieser Art findet am Mittwoch, 16. September, um 18 Uhr im Probierwerk statt.

Organisiert wird der Stammtisch von der Wirtschaftsförderung Leverkusen, der Wupsi, der Stadt und der Sparkasse Leverkusen. Unternehmer, Nachhaltigkeitsverantwortliche und weitere Interessierte können Erfahrungen teilen, Fragen diskutieren und Ideen für mehr Nachhaltigkeit am Wirtschaftsstandort entwickeln.

Als Gast ist Christoph Tullius vom Münchner Technologieunternehmen Ecoro angekündigt. Er berichtet über Lösungen für automatisierte Transporte auf Werks- und Industriegeländen.

Automatisierte Transporte entlasten Mitarbeitende von monotonen Fahrten, senken Emissionen und schaffen zugleich mehr Verlässlichkeit in der innerbetrieblichen Logistik – ein Beitrag zu Nachhaltigkeit, der sich direkt im betrieblichen Alltag auszahlt.

Anmeldungen und Themenvorschläge nimmt die Wirtschaftsförderung Leverkusen per E-Mail entgegen. Der Stammtisch setzt damit auf einen praxisorientierten Austausch zwischen Unternehmen und weiteren Akteuren der Stadt.

Infobox: RP Online berichtet über die vierte Ausgabe des Leverkusener Nachhaltigkeitsstammtischs am Mittwoch, 16. September, um 18 Uhr im Probierwerk. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungsaustausch und automatisierte Transporte in der betrieblichen Logistik.

Bioplastik bietet laut ZDFheute nicht automatisch Umweltvorteile

ZDFheute warnt vor missverständlichen Angaben wie „Bioplastik“, „biologisch abbaubar“ und „kompostierbar“. Solche Begriffe könnten bei Verbraucherinnen und Verbrauchern den Eindruck erwecken, Verpackungen und Produkte seien grundsätzlich umweltfreundlich.

Biobasierte Kunststoffe werden ganz oder teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Als Beispiele nennt ZDFheute Mais, Zuckerrohr, Stärke und Pflanzenöl. Die Herkunft aus nachwachsenden Rohstoffen bedeute jedoch nicht automatisch, dass sich ein Kunststoff selbst abbaut.

„Biologisch abbaubar“ bedeutet laut Beitrag, dass sich ein Material zersetzt. Ein zeitlicher Rahmen sei dafür jedoch nicht vorgegeben; der Prozess könne mehrere Jahre dauern. Das sei zu lange, um die Materialien in industriellen Kompostierungsanlagen wiederzuverwerten.

„Kompostierbar“ bedeutet demnach, dass ein Material innerhalb eines festgelegten Zeitraums abgebaut wird. Dies gelte meist nur für die industrielle Kompostierung unter speziellen Bedingungen wie dauerhaft hohen Temperaturen.

Philip Heldt, Referent für Ressourcenschutz bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, kritisiert die Begriffe und weist darauf hin, dass es keine rechtlichen Konsequenzen dafür gebe, sie auf die Produkte zu drucken.

Auch bei der Umweltbilanz sieht ZDFheute keine grundsätzlichen Vorteile. Nach Angaben des Umweltbundesamtes seien die Auswirkungen auf die Umwelt nicht wesentlich besser, wenn Kunststoffe aus biobasierten statt aus fossilbasierten Rohstoffen wie Erdöl, Erdgas oder Kohle hergestellt werden.

Biobasierte Kunststoffe benötigen laut Umweltbundesamt einen höheren Flächenbedarf für die Rohstoffproduktion. Außerdem können Dünger und Pestizide Böden und Grundwasser belasten. Der Flächenbedarf kann zudem zu einer Konkurrenz mit Flächen für die Lebensmittelproduktion und den Naturschutz führen.

Bei der Entsorgung von Bioabfällen können biologisch abbaubare und kompostierbare Tüten Probleme verursachen. Sie werden laut ZDFheute nur zum Teil abgebaut, können Prozesse in Kompostieranlagen stören und den erzeugten Kompost mit Plastikrückständen beziehungsweise Mikroplastik verunreinigen.

Biologisch abbaubare Tüten gehören demnach weder in die Biotonne noch auf den heimischen Kompost, sondern in den Restmüll. Für Bioabfälle empfiehlt Philip Heldt reißfeste Papiertüten oder einen kleinen Eimer, der regelmäßig geleert, gereinigt und getrocknet wird.

Infobox: ZDFheute zufolge sind Biokunststoffe nicht automatisch nachhaltiger als herkömmliche Kunststoffe. Entscheidend sind die Eigenschaften des jeweiligen Materials, seine Herstellung und die korrekte Entsorgung.

Quellen: