Nachhaltigkeit im Fokus: Unternehmen, Kommunen und Vereine setzen neue Impulse

Autor: Nachhaltigkeit-Wirtschaft Redaktion

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Villeroy & Boch verbessert sein Nachhaltigkeitsrating, Monheim fördert lokale Projekte und Arminia Bielefeld reduziert Emissionen und Abfall an Spieltagen.

Villeroy & Boch erreicht erneut Platinstatus im Nachhaltigkeitsrating

Villeroy & Boch hat seine Bewertung im internationalen Nachhaltigkeitsrating von EcoVadis verbessert. Der Mettlacher Keramik- und Armaturenhersteller erhielt zum zweiten Mal in Folge die Platin-Medaille und erreichte 94 von 100 möglichen Punkten.

Nach Angaben der Saarbrücker Zeitung liegt das Unternehmen damit neun Punkte über dem Ergebnis des Vorjahres und gehört laut EcoVadis zum besten Prozent der bewerteten Unternehmen. Bewertet wurden die Bereiche Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung.

Villeroy & Boch konnte sich nach eigenen Angaben in allen vier Kategorien gegenüber dem Vorjahr verbessern. Außerdem seien die Klimaziele des Konzerns von der Science Based Targets initiative validiert worden.

„Nachhaltigkeit ist für uns ein strategischer Werttreiber“, sagt Finanzvorstand Markus Warncke. Die erneute Auszeichnung und die bessere Bewertung zeigten aus seiner Sicht, dass sich „konsequentes ESG-Management auszahlt, ökologisch wie ökonomisch“.

Bei den direkten Emissionen und den Emissionen aus eingekaufter Energie, den sogenannten Scope-1- und Scope-2-Emissionen, meldet der Konzern deutliche Fortschritte. Seit 2021 habe Villeroy & Boch diese Emissionen um 34,5 Prozent reduziert. Allein 2025 seien knapp 9.500 Tonnen CO₂-Äquivalente eingespart worden.

Zu den Maßnahmen zählen neue Stromabnahmeverträge sowie mehr Solarstrom aus eigenen Anlagen an den Standorten Torgau und Hódmezővásárhely in Ungarn. Auch Produktionsabfälle sollen verstärkt wiederverwertet werden: Ungebrannter Ausschuss werde in die eigene Produktion zurückgeführt, andere Reststoffe würden extern recycelt.

Im Arbeitsschutz arbeiten mittlerweile 87 Prozent der Belegschaft an 19 Standorten unter einer ISO-45001-Zertifizierung. Das ursprüngliche Ziel hatte bei 80 Prozent gelegen. Der Frauenanteil in Führungspositionen beträgt derzeit 41 Prozent und soll bis 2028 auf 50 Prozent steigen.

In der nachhaltigen Beschaffung unterliegen inzwischen 86,5 Prozent des Einkaufsvolumens dem unternehmenseigenen Verhaltenskodex. Im Frühjahr 2025 untersuchte Villeroy & Boch außerdem seine weltweiten Lieferanten auf Menschenrechts- und Umweltrisiken.

Infobox: Villeroy & Boch erreichte 94 von 100 Punkten, reduzierte Scope-1- und Scope-2-Emissionen seit 2021 um 34,5 Prozent und sparte 2025 knapp 9.500 Tonnen CO₂-Äquivalente ein. Quelle: Saarbrücker Zeitung.

Monheim fördert lokale Nachhaltigkeitsprojekte mit bis zu 5000 Euro

Die „Stiftung Nachhaltigkeit“ der Stadtsparkasse Düsseldorf sucht in Monheim am Rhein nach Ideen für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Im Rahmen eines Modellprojekts für Bürgerbeteiligung können lokale Initiativen pro Projekt bis zu 5000 Euro beantragen.

Insgesamt steht für Projekte in Monheim und Düsseldorf ein Fördertopf von 100.000 Euro bereit. Bewerben können sich engagierte Einwohner, Bürgerinitiativen und gemeinnützige Organisationen aus Monheim.

Gesucht werden laut RP Online praxisnahe Konzepte, die vor Ort einen spürbaren Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Lebensqualität leisten. Die Antragsfrist läuft bis zum 15. September 2026; die Unterlagen können online über die Website der Stadtsparkasse Düsseldorf unter dem Stichwort „Modellprojekt für Bürgerbeteiligung“ eingereicht werden.

Unterstützung bei der Ausarbeitung bietet ein Workshop am Samstag, 5. September, im Kulturzentrum Sojus 7. Von 15 bis 17 Uhr erhalten Interessierte Informationen zu den Fördermöglichkeiten, können ihre Projektideen weiterentwickeln und sich mit anderen Engagierten vernetzen.

Für die Teilnahme am Workshop ist eine Anmeldung bis spätestens eine Woche vor dem Termin per E-Mail an buergerbeteiligung@hs-duesseldorf.de erforderlich. Über die endgültige Vergabe der Fördermittel entscheidet im Oktober ein eigenes Bürgergremium.

Die ausgewählten Vorhaben sollen anschließend öffentlich ausgezeichnet werden und direkt in die Umsetzung starten können. Fachlich begleitet wird das Modellprojekt von der Hochschule Düsseldorf.

Die „Stiftung Nachhaltigkeit“ wurde anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Stadtsparkasse Düsseldorf im Jahr 2025 gegründet. Ziel ist es, eine zukunftsfähige und klimaneutrale Entwicklung in Düsseldorf und Monheim am Rhein voranzutreiben.

Infobox: Pro Initiative können bis zu 5000 Euro beantragt werden; insgesamt stehen 100.000 Euro für Projekte in Monheim und Düsseldorf bereit. Die Antragsfrist endet am 15. September 2026. Quelle: RP Online.

Arminia Bielefeld baut nachhaltigere Spieltage aus

Arminia Bielefeld entwickelt sein Stadionerlebnis mit verschiedenen Maßnahmen nachhaltiger. Im Mittelpunkt stehen weniger Autoverkehr, weniger Einwegabfall und mehr Wissen über Klimaschutz.

Das Projekt begann 2024 mit einer Ideenwerkstatt unter Beteiligung von Fans, Partnern und dem Club. Finanziell wurde es mit 40.000 Euro von der Stadtwerke Stiftung angeschoben. Seit der Mitgliederversammlung 2022 ist Nachhaltigkeit laut Westfalen-Blatt und Neuer Westfälischer Zeitung in den Vereinszielen und in der Satzung des DSC verankert.

Ein zentraler Ansatzpunkt ist die Mobilität der Fans. Nach Angaben des Nachhaltigkeitsmanagers Ali Haksal entstehen die meisten CO₂-Emissionen im Fußball durch die Fan-Mobilität am Spieltag. Arminia entwickelte deshalb auf Grundlage einer detaillierten Analyse ein Mobilitätskonzept mit mehreren Maßnahmen.

In der vergangenen Saison registrierten sich rund 800 Nutzerinnen und Nutzer im Arminia-Mitfahrportal. Dabei entstanden etwa 200 Fahrgemeinschaften, durch die rund sechs Tonnen CO₂ eingespart werden konnten.

Bis zum 21. Dezember läuft die Challenge „Allesfahrer gesucht“. Für Fahrten zum Stadion mit neuen Mitfahrern gibt es Punkte; als Gewinne werden Heimtickets, ein Trikot oder Gutscheine für den Fanladen genannt.

Zusätzlich wurden Fahrradstellplätze am Stadion ausgebaut. Im April fand erstmals ein „autofreier Spieltach“ statt. DSC-Tickets galten an den Spieltagen in Bus und Bahn, außerdem wurde ein zusätzlicher Bus im Umland eingesetzt und die „meinSiggi“-Leihräder standen kostenlos zur Verfügung.

Beim autofreien Spieltag reisten 28 Prozent der Fans mit dem Auto an. Bei einer vorherigen Befragung waren es noch mehr als 40 Prozent. Die Aktion soll künftig fester Bestandteil des Saisonkalenders werden; im kommenden Frühjahr ist ein weiterer autofreier Spieltag vorgesehen.

Auch bei der Abfallvermeidung setzt der Verein an. Im Stadion wurden Mehrwegbecher für Heißgetränke eingeführt, im VIP-Bereich zusätzlich für Kaltgetränke. In der Saison 2024/25 wurden noch 8.304 Einwegbecher für Heißgetränke verwendet; dieser Abfall soll durch die Umstellung künftig wegfallen.

Weitere Mehrweglösungen für Geschirr und Schalen werden geprüft. Als Herausforderungen nennt Ali Haksal die Hygieneanforderungen und die Sicherstellung, dass die Mehrwegbehälter zurückgeführt werden.

„Wenn Mehrweg im Müll landet, verliert es seinen ökologischen Vorteil, dann kann Einweg im Zweifel sogar die bessere Lösung sein“, sagt Ali Haksal.

Übrig gebliebene Speisen der VIP-Buffets werden vom Caterer an Foodsharing Bielefeld gespendet. Die Initiative holt die Speisen nach jedem Heimspiel drei Stunden nach Abpfiff ab und verteilt sie weiter. Außerdem haben sich bereits 3.000 Schülerinnen und Schüler für eine große Müllsammelaktion angemeldet.

Mit einer nachhaltigen Stadionführung will der DSC zusätzlich Wissen über sein soziales und ökologisches Engagement vermitteln. Die erste Führung findet am 17. September von 18.30 bis 20 Uhr für 30 Teilnehmer statt.

Vorgestellt werden unter anderem die Sichere Burg, barrierefreie Plätze, die Autistenloge, vegetarische und vegane Speiseangebote, Solaranlagen auf dem Stadiondach und der Arminia-Wald. Anmeldungen sind über die Homepage von Arminia möglich.

Die Stadtwerke-Geschäftsführung und der Aufsichtsratsvorsitz sehen Arminia Bielefeld mit den Projekten bei der Nachhaltigkeit weit vorn in der Bundesliga. Die Stadtwerke-Stiftung förderte das Projekt mit 40.000 Euro.

Infobox: Das Mitfahrportal brachte rund 800 Registrierungen, etwa 200 Fahrgemeinschaften und rund sechs Tonnen eingespartes CO₂. Beim autofreien Spieltag lag der Autoanteil bei 28 Prozent statt zuvor mehr als 40 Prozent. Quelle: Westfalen-Blatt und Neue Westfälische.

Beelener Kolpingsfamilie verbindet Secondhand-Mode mit sozialem Engagement

Die Kolpingsfamilie Beelen setzt bei ihrer nächsten Veranstaltung auf Secondhand-Kleidung und ein neues Abendformat. Am Samstag, 19. September, soll die Aula der Grundschule von 17 bis 20 Uhr zur Shopping-Zone für Frauen aller Generationen werden.

Der erste Secondhand-Markt im Frühjahr 2025 blieb hinter den Erwartungen zurück. Hauptorganisatorin Elisabeth Hustert führt den verhaltenen Start laut Die Glocke vor allem auf das gute Wetter zurück, da viele Menschen ihre Zeit lieber im Freien verbracht hätten.

Mit der „Ladies Night“ verlegt die Kolpingsfamilie den Flohmarkt deshalb in die Abendstunden. Geplant sind entspanntes Stöbern, gemeinsames Beisammensein sowie Getränke und Brezeln.

Das Angebot richtet sich an Frauen jeden Alters. Für Verkäuferinnen stehen die Tische bereits zugeordnet bereit, sodass die Ware nur ausgepackt und dekoriert werden muss. Die angebotenen Kleidungsstücke können anprobiert werden.

Die Kolpingsfamilie möchte mit der Veranstaltung ein Zeichen gegen „Fast Fashion“ setzen. Gebrauchte Kleidung soll eine zweite Chance erhalten, statt ungenutzt im Schrank zu liegen oder im Müll zu landen.

„Der Flohmarkt soll zeigen, dass Secondhand eine schöne und nachhaltige Alternative zum Neukauf sein kann“, betont Elisabeth Hustert.

Für nicht verkaufte Kleidung gibt es ebenfalls eine Weiterverwendung. Verkäuferinnen können ihre übrig gebliebenen Stücke für die nächste Altkleidersammlung der Kolpingsfamilie spenden.

Die Sammlung kommt dem Kolpingwerk zugute. Durch das Spenden von Kleidung schafft das Kolpingwerk Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen.

Ob die „Ladies Night“ zu einer festen Institution im Beelener Veranstaltungskalender wird, hängt von der Resonanz am Veranstaltungstag ab. Entscheidend seien laut Elisabeth Hustert die Besucherzahl, die Stimmung sowie die Zufriedenheit von Verkäuferinnen und Gästen.

Anmeldungen sind erforderlich. Die Kosten für einen bereitgestellten Tisch betragen fünf Euro Anmeldegebühr. Auch Frauen aus umliegenden Orten können sich als Verkäuferinnen anmelden.

Infobox: Die „Ladies Night“ findet am 19. September von 17 bis 20 Uhr in der Aula der Beelener Grundschule, Gaffelstadt, statt. Die Tischgebühr beträgt fünf Euro. Quelle: Die Glocke.

Quellen: