Nachhaltigkeit im Fokus: Luftreinhaltung, Innovationen und Biodiversität
Autor: Nachhaltigkeit-Wirtschaft Redaktion
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Kategorie: News
Zusammenfassung: Der Artikel bündelt Meldungen zu Nachhaltigkeit: Der EuGH prüft Deutschlands Luftreinhalteprogramm, während Kommunen, Flughäfen und Museen Biodiversität, Klimaanpassung und nachhaltige Entwicklung voranbringen.
Luftreinhalteprogramm: EuGH soll zentrale Fragen zur Nachhaltigkeit klären
Der Streit zwischen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und der Bundesregierung über das nationale Luftreinhalteprogramm beschäftigt den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH). Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig legt dem EuGH mehrere Fragen vor, insbesondere zur Auswahl der Prognosedaten für die alle vier Jahre vorgesehene Änderung des Programms und zu den Rechten von Umweltverbänden.
Das Programm umfasst Maßnahmen, mit denen Deutschland die europäischen Ziele zur Verringerung von Luftschadstoffen erreichen will. Im Mittelpunkt stehen Feinstaub, Ammoniak, Schwefeldioxid und Stickstoffoxid. Die DUH hält das 2019 beschlossene und im Mai 2024 aktualisierte Programm für unzureichend und klagte gegen die Bundesregierung.
Vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte die Umweltvereinigung teilweise Erfolg. Nach Auffassung des Gerichts waren einige Prognosen fehlerhaft, weil nicht die aktuellsten Daten berücksichtigt worden seien. Das Programm wurde bereits 2023 erstellt, aber erst 2024 von der Ampel-Bundesregierung beschlossen. Unter anderem war beim Kohleausstieg noch das Jahr 2030 statt spätestens 2038 zugrunde gelegt worden. Außerdem wurde beim Verkehr der zwischenzeitliche Stopp der E-Auto-Prämie nicht berücksichtigt.
Das Bundesumweltministerium verwies darauf, dass die erforderlichen Abstimmungsprozesse lange gedauert hätten. Über die Revision muss nun das Bundesverwaltungsgericht entscheiden, wartet dafür aber zunächst die Antworten des EuGH ab.
Die DUH führt aus, dass Luftschadstoffe die Gesundheit gefährden und zu vorzeitigen Todesfällen sowie Erkrankungen wie Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen können. Nach Angaben der DUH sterben in Deutschland jährlich rund 28.000 Menschen vorzeitig aufgrund von Stickstoffdioxid und 68.000 Menschen aufgrund von Feinstaubpartikeln.
„Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig legt dem EuGH mehrere zentrale Fragen zur Beantwortung vor.“
Quelle: ntv.de, dpa
Infobox: Der EuGH soll klären, welche Prognosedaten für das Luftreinhalteprogramm maßgeblich sind und ob Umweltverbände konkrete Änderungen verlangen können. Der Rechtsstreit betrifft Schadstoffe wie Feinstaub, Ammoniak, Schwefeldioxid und Stickstoffoxid.
Neustadt will Erfolge der Nachhaltigkeitsstrategie sichtbarer machen
Neustadt hält an seiner Nachhaltigkeitsstrategie fest, will sie jedoch anpassen und stärker öffentlich vermitteln. Ab dem kommenden Jahr sollen Erfolgsgeschichten in einem Kommunikationsformat mit dem Titel „Geschichten des Gelingens“ in die Öffentlichkeit getragen werden.
Die Ankündigung machte Neustadts Beigeordnete Johanna Kunzendorff (FWG) bei einer Sitzung des Stadtrats. Ziel ist es, bereits umgesetzte oder erfolgreiche Ansätze für mehr Nachhaltigkeit sichtbarer zu machen und damit die kommunale Strategie stärker in der Stadtgesellschaft zu verankern.
Die geplante Kommunikation soll den Blick auf konkrete Beispiele richten, bei denen nachhaltige Entwicklung in Neustadt gelingt. Weitere Einzelheiten zu einzelnen Projekten oder zu den Anpassungen der Strategie enthält der vorliegende Bericht nicht.
Quelle: Die Rheinpfalz
Infobox: Neustadt hält an seiner Nachhaltigkeitsstrategie fest. Ab dem kommenden Jahr sollen „Geschichten des Gelingens“ erfolgreiche Beispiele öffentlich machen.
Uwe Schneidewind spricht in Emden über die aktuelle Bedeutung von Nachhaltigkeit
Der Wirtschaftswissenschaftler und Politiker Uwe Schneidewind spricht am 3. November im Rahmen der Reihe „Emder Vorträge“ über Nachhaltigkeit. Veranstaltungsort ist die Johannes a Lasco-Bibliothek in Emden.
Schneidewind will die Frage beantworten, warum Nachhaltigkeit gerade jetzt eine Rolle spielen sollte. Nach Angaben der Hochschule Emden/Leer soll der Vortrag Nachhaltigkeit und ihren Nutzen wieder stärker in den Mittelpunkt rücken und dazu beitragen, das Thema in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu verankern.
Der Referent soll dabei auch Erfahrungen aus seiner wissenschaftlichen und kommunalpolitischen Arbeit einbringen. Schneidewind war langjähriger Leiter des Wuppertal Instituts und ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal.
Der Vortrag beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, anschließend ist eine Diskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Studierendenschaft, der Wirtschaft und dem Referenten vorgesehen.
Begrüßt werden Schneidewind und die Gäste von Oberbürgermeister Tim Kruithoff und Hochschulpräsident Prof. Dr. Marco Rimkus. Die Moderation übernehmen Studierende der Hochschule, die sich im Rahmen eines Wirtschafts-Seminars von Prof. Dr. Tom Koch mit dem Thema des Abends auseinandergesetzt haben.
Veranstaltet wird der Abend von der Hochschule Emden/Leer und der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler. Eine Anmeldung unter veranstaltung@hs-emden-leer.de wird erbeten.
Quelle: NWZonline
Infobox: Der kostenlose Vortrag findet am 3. November um 18 Uhr in der Johannes a Lasco-Bibliothek in Emden statt. Im Mittelpunkt stehen die aktuelle Bedeutung, der Nutzen und die Verankerung von Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.
Europas Flughäfen erweitern Nachhaltigkeitsstrategie über CO₂ hinaus
Der europäische Flughafenverband ACI Europe hat eine neue Nachhaltigkeitsstrategie vorgestellt. Die „Sustainability Strategy 2.0“ soll nicht mehr allein die Dekarbonisierung betrachten, sondern zusätzlich Biodiversität, Ressourcennutzung und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels einbeziehen.
Zu den insgesamt sieben Bereichen der Strategie gehören auch die Auswirkungen der Flughäfen auf ihr Umfeld und Fragen der Zugänglichkeit. Der Verband will damit einen breiteren Rahmen für die Nachhaltigkeitsarbeit europäischer Flughäfen schaffen.
Bei den Klimazielen gibt es laut ACI Europe bereits Fortschritte. 328 europäische Flughäfen verfügen demnach über öffentliche Netto-Null-Pläne. Diese Pläne decken fast 83 Prozent des Passagieraufkommens ab.
Darüber hinaus sind 297 Flughäfen im Airport-Carbon-Accreditation-Programm zertifiziert. Die neue Strategie verbindet damit die weitere Verringerung von CO₂-Emissionen mit zusätzlichen ökologischen und gesellschaftlichen Themen.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Europäische Flughäfen mit öffentlichen Netto-Null-Plänen | 328 |
| Abgedecktes Passagieraufkommen | fast 83 Prozent |
| Flughäfen im Airport-Carbon-Accreditation-Programm | 297 |
Quelle: aeroTELEGRAPH
Infobox: ACI Europe erweitert die Nachhaltigkeitsstrategie der Flughäfen um Biodiversität, Ressourcennutzung, Klimaanpassung, Umfeldwirkungen und Zugänglichkeit. 328 Flughäfen haben öffentliche Netto-Null-Pläne, 297 sind zertifiziert.
Rehmann-Museum verbindet Kunstgarten mit Biodiversität und Klimaanpassung
Das Rehmann-Museum im Schweizer Laufenburg feiert am Sonntag, 25. Oktober, um 15 Uhr sein 25-jähriges Bestehen mit einem ökologisch ausgerichteten Jubiläumsprogramm. Die 1300 Quadratmeter große Außenanlage soll dabei zum „Lebensraum Skulpturengarten“ werden.
Höhepunkt des Programms ist die Pflanzung eines Jubiläumsbaums. Der Baum steht für die Verwurzelung des Museums in der Region und für dessen Weiterentwicklung in der Zukunft.
Der Garten wird als Vorzeigeprojekt für Biodiversität und Klimaanpassung im Siedlungsraum gestaltet. Zwischen den monumentalen Plastiken von Erwin Rehmann entsteht ein lebendiges Ökosystem.
Gemeinsam mit dem Jurapark Aargau und der Fachfrau für naturnahen Gartenbau Katja Sattler wurden auf dem Schwarzwaldgneis neue Lebensräume geschaffen. Im Mittelpunkt steht das Graue Fingerkraut, eine botanische Seltenheit mit historischem Bezug zu Laufenburg.
Klimaresistente Wildstauden und schattige Zonen sollen den Garten an heißen Tagen zu einer kühlen Oase machen. Bewusst angelegte Dunkelzonen dienen dem Lebensraum von Glühwürmchen.
Der Festakt wird musikalisch vom Jazzduo Ton sur Ton begleitet. Sylvie Klijn übernimmt Gesang und Keyboards, Christoph Utzinger spielt Kontrabass.
Zum Jubiläumsjahr gehörten außerdem ein gemeinsamer Einsatz gegen Neophyten unter der Leitung von Theo Obrist und ein Wildkräuter-Workshop mit der Naturheilpraktikerin Sonja Wunderlin. Die Veranstaltung ist kostenlos.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Jubiläum | 25-jähriges Bestehen |
| Fläche der Außenanlage | 1300 Quadratmeter |
| Ort | Schweizer Laufenburg |
| Veranstaltung | Sonntag, 25. Oktober, 15 Uhr |
Quelle: Südkurier
Infobox: Das Rehmann-Museum entwickelt seinen 1300 Quadratmeter großen Skulpturengarten zu einem Lebensraum für Biodiversität und Klimaanpassung. Ein Jubiläumsbaum markiert das 25-jährige Bestehen und den Aufbruch in eine neue Ära.
Forschungsteam entwickelt alternatives Polystyrol mit nachwachsenden Rohstoffen
Ein vom Helmholtz-Zentrum Hereon geleitetes Forschungsteam hat ein alternatives Polystyrol entwickelt. Das Material enthält nachwachsende Rohstoffe, kann energieeffizient hergestellt werden und ist abbaubar. Die Ergebnisse wurden laut Informationsdienst Wissenschaft in der Fachzeitschrift „Chem Circularity“ veröffentlicht.
Polystyrol wird unter anderem für Schutzverpackungen von Fernsehern und Elektrogeräten, Zier- und Sockelleisten im Innenausbau sowie Petrischalen verwendet. Weltweit werden knapp 20 Millionen Tonnen jährlich produziert. Das Material wird überwiegend aus Rohöl hergestellt, ist kaum recyclebar und wird nach Angaben der Quelle meist verbrannt oder deponiert.
Für die neue Variante ergänzten die Forschenden Styrol-Moleküle durch Itaconsäureanhydrid. Diese chemische Verbindung lässt sich durch Fermentation aus pflanzlichen Kohlenhydraten wie etwa Zucker herstellen. Das entwickelte Polystyrol enthält rund 50 Prozent dieses biobasierten Rohstoffs.
Auch der Herstellungsprozess wurde verändert. Statt beheizter Reaktionsgefäße nutzte das Team Mikrowellenstrahlung als Wärmequelle. Nach Angaben der Forschenden kann dadurch eine energieeffizientere Alternative für gesteuerte Polymerisationsprozesse entstehen.
Zusätzlich wurde die Verbindung dibenzo[c,e]oxepane-5-thione (DOT) als Monomer eingesetzt. Dadurch wurden Thioestergruppen in das Material integriert, die als gezielt eingebaute Sollbruchstellen dienen. Das Polymer kann dadurch chemisch in kleinere Fragmente zerlegt werden.
Nach Angaben des Forschungsteams können Bakterien die kleinen Polystyrol-Fragmente verarbeiten, während klassisches, fest geknüpftes Polystyrol dazu nicht in der Lage ist. Das Material wurde nach dem Prinzip des „Design-for-Degradation“ entwickelt, also für einen kontrollierten Abbau am Ende seiner Lebenszeit.
Erste Versuche zeigen, dass sich das neue Material auf Spritzgussanlagen verarbeiten lässt. Mit der aktuellen Laboranlage fertigte das Team zunächst Mini-Petrischalen in der Größe einer 1-Euro-Münze. Perspektivisch seien viele Anwendungen denkbar.
Erste Untersuchungen mit menschlichen Stammzellen deuten außerdem auf eine gute biologische Verträglichkeit hin. Das Material könnte sich damit für Zellkulturen ebenso eignen wie kommerziell verfügbares Polystyrol.
Beteiligt waren neben dem Helmholtz-Zentrum Hereon Forschende der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, der Freien Universität Berlin und der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Jährliche weltweite Polystyrolproduktion | knapp 20 Millionen Tonnen |
| Anteil des biobasierten Rohstoffs im neuen Polystyrol | rund 50 Prozent |
| Erste Laboranwendung | Mini-Petrischalen in der Größe einer 1-Euro-Münze |
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Infobox: Das neue Polystyrol enthält rund 50 Prozent eines biobasierten Rohstoffs und nutzt Mikrowellenstrahlung für die Herstellung. Eingebaute Sollbruchstellen sollen chemischen Abbau, Recycling und den Übergang zu geschlossenen Materialkreisläufen ermöglichen.
Quellen:
- EuGH soll Fragen beantworten: Streit um Nachhaltigkeit im Luftfahrt Programm zieht vor Gericht
- Nachhaltigkeit: Neustadt zeigt, was gelingt
- „Emder Vorträge“: Uwe Schneidewind spricht über Nachhaltigkeit
- Europas Flughäfen wollen bei Nachhaltigkeit künftig mehr als nur CO₂ im Blick haben
- Jubiläum mit Symbolkraft: Was der neue Baum im Rehmann-Museum bedeutet
- Neuer Ansatz für nachhaltige Kunststoffe