Nachhaltigkeit im Fokus: Lokale Projekte, Unternehmen und Olympia im Wandel

Autor: Nachhaltigkeit-Wirtschaft Redaktion

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Der Artikel zeigt nachhaltige Initiativen in Geldern und Unternehmen, während Brisbane seine umweltfreundlichen Olympia-Versprechen durch teure Großprojekte zunehmend verfehlt.

Nachhaltigkeit zwischen lokaler Initiative, Unternehmenspraxis und Großprojekten

Geldern zeichnet Tauschschrank und Mitmachwerkstatt aus

Beim „Land-Leben-Spaß“ in Geldern wurde der Nachhaltigkeitspreis 2026 vergeben. Den ersten Platz erhielt das Kinderhaus St. Adelheid für seinen Tauschschrank, der zweite Platz ging an die Ideen- und Mitmachwerkstatt Innenstadt (IMI) Geldern.

Insgesamt waren elf Bewerbungen eingegangen. Eine Jury bewertete die Projekte nach festgelegten Kriterien; der erste Platz ist mit 1500 Euro dotiert, der zweite Platz mit 1000 Euro. Unterstützt wird der Preis von den Stadtwerken Geldern.

Der Tauschschrank entstand während der Corona-Pandemie, als Kinder und Familien die Einrichtung nicht betreten konnten. Ein wetterbeständiger Schrank bot zunächst kleine Aufgaben und Angebote für Kinder, entwickelte sich aber zugleich zu einer Möglichkeit, Bücher, Spiele und Kleidung weiterzugeben.

Die Resonanz war so groß, dass das Angebot nach der Pandemie fortgeführt wurde. Eltern, Kinder, Mitarbeitende und Großeltern beteiligen sich; Gegenstände, die keinen neuen Besitzer finden, werden nach Möglichkeit an Bücherschränke, die Flüchtlingshilfe, die Diakonie oder die Caritas weitergegeben.

Auch während der vorübergehenden Unterbringung der Kita in einem Container am Bahnhof wollten die Familien das Angebot beibehalten. Nach der Rückkehr ins Haupthaus wurde erneut ein Tauschregal eingerichtet, das von Mitarbeitenden gepflegt wird.

Die IMI wurde 2019 ins Leben gerufen und ist seit 2022 offiziell ein gemeinnütziger Verein. Aus gespendeten Garnen, Stoffen, Bettwäsche und alten Jeans entstehen unter anderem Taschen, Topflappen, Kissen, Nesteldecken für Menschen mit Demenz und Kochsäcke, mit denen Speisen energiesparend warmgehalten und nachgegart werden können.

Für ein Hospiz fertigte die Werkstatt aus überwiegend alter Bettwäsche und Tischdecken spezielle Bezüge für Lagerungsrollen und Polster an. Außerdem entstanden aus gespendetem Garn 25 Granny-Square-Decken, die an vier Gelderner Kindergärten als Spieldecken weitergegeben wurden.

Workshops zu Nähen und Stricken ergänzen die Projekte. Als offener Treffpunkt bietet die Werkstatt zudem „Klön-Zeiten“, Spieltermine sowie gemeinsames Kochen, Backen und Essen an.

Infobox: Der Nachhaltigkeitspreis 2026 würdigt in Geldern Ressourcenschonung, Wiederverwendung, Gemeinschaft, Bildung, Kreativität und Verantwortung für das eigene Umfeld. Der Nachhaltigkeitspreis soll im kommenden Jahr erneut vergeben werden; Bewerbungen sind bis zum 30. Juni möglich.

Quelle: RP Online

Green Teams bringen Nachhaltigkeit in den Arbeitsalltag

Green Teams setzen Nachhaltigkeitsimpulse direkt aus der Belegschaft heraus um. Die von Haufe beschriebenen Beispiele reichen von der Wiederverwendung gebrauchter Industriegehäuse über nachhaltigere Entscheidungen bei der KI-Nutzung bis zu Naturgärten, Mobilitätsprojekten und Büchertauschbörsen.

Bei der Deutschen Industrie Video System GmbH (DIVIS) begann ein Projekt mit der Frage, ob gebrauchte Gehäuse wirklich entsorgt werden müssen. Das Green Team entwickelte einen Prozess, mit dem neue Komponenten in bereits verwendete robuste Industriegehäuse eingebaut werden können.

Dadurch werden Elektroschrott und Materialbedarf reduziert. Das Beispiel zeigt laut Haufe, dass Mitarbeitende durch ihre genaue Kenntnis betrieblicher Abläufe Ansatzpunkte erkennen können, die in einer übergeordneten Nachhaltigkeitsstrategie leicht übersehen werden.

Green Teams sind freiwillige Zusammenschlüsse von Mitarbeitenden. Sie arbeiten unter anderem an Mobilität, Green IT, Ernährung oder Biodiversität, ersetzen aber kein Nachhaltigkeitsmanagement.

„Nachhaltigkeit ist eine Unternehmensführungsaufgabe“, betont Susanne Blazejweski.

Am GreenTec Campus in Schleswig-Holstein gibt es kein formal abgegrenztes Green Team mit eigenem Etat. Auf dem 130 Hektar großen Gelände des ehemaligen Marine-Munitionsdepots arbeiten mehr als 30 Unternehmen; engagierte Mitarbeitende bringen Nachhaltigkeitsaspekte unter anderem bei Mobilität, Veranstaltungen und Ernährung ein.

Bei der KI-Nutzung ergänzte das Team interne Richtlinien um Hinweise zum Ressourcenverbrauch und um die Empfehlung, nach Möglichkeit europäische KIs wie Mistral zu verwenden, um ein ungewolltes Profiling zu verhindern. Ziel sei nicht gewesen, KI grundsätzlich infrage zu stellen, sondern ihren Einsatz bewusster abzuwägen.

Bei Schindler wurde eine Rasenfläche vor dem deutschen Hauptstandort in Berlin-Mariendorf in einen Naturgarten umgewandelt. Geplant wurden unter anderem ein Insektenhotel, ein Wildblumenbeet, eine Benjeshecke und ein Sandarium als Lebensraum für Bienen.

Die Fläche soll nicht nur Mitarbeitenden dienen, sondern auch Schülerinnen und Schülern aus benachbarten Schulen als Aufenthalts- und Lernort offenstehen. Schülerinnen und Schüler bauten Elemente des Insektenhotels und halfen bei der Gestaltung der Benjeshecke und des Wildblumenbeets.

Ein weiteres Schindler-Projekt begann mit einem Zettel am Fahrradständer. Aus einer Gruppe von zehn, zwölf interessierten Mitarbeitenden entwickelten sich eine jährliche Mobilitätsumfrage, ein Radfahrer-Newsletter, interne Radevents und regelmäßige Fahrrad-Reparaturaktionen.

Der Berliner Standort wurde vom ADFC als fahrradfreundlicher Arbeitgeber zertifiziert. Haufe betont zugleich, dass solche Initiativen keine Dekarbonisierungsstrategie ersetzen, aber Nachhaltigkeit sichtbar machen, Mitarbeitende zusammenbringen und größere Vorhaben anstoßen können.

Für Green Teams sind klare Zuständigkeiten, Freigabewege und Ressourcen entscheidend. Größere Projekte müssen mit der Geschäftsleitung abgestimmt werden; außerdem sollte geklärt sein, ob und in welchem Umfang Arbeitszeit für das Engagement zur Verfügung steht.

Infobox: Green Teams wirken besonders dort, wo Mitarbeitende konkrete Probleme und Chancen erkennen. Damit aus freiwilligem Engagement dauerhafte Veränderungen werden, braucht es Freiraum, organisatorische Unterstützung und Rückhalt durch die Geschäftsführung.

Quelle: Haufe. Intelligenz, die bewegt.

Brisbane entfernt sich vom Versprechen nachhaltiger Olympischer Spiele

Brisbane sollte für eine sparsame und nachhaltige Olympia-Ära stehen. Nach Darstellung von GEO haben sich die ursprünglichen Pläne jedoch zu einem milliardenschweren Infrastrukturprogramm entwickelt, bei dem neue Sportstätten, Athletendörfer und weitere Großprojekte vorgesehen sind.

Statt das traditionsreiche Cricket- und Sportstadion „The Gabba“ umzubauen, soll ein neues „Brisbane Stadium“ für 63.000 Besucher entstehen. Der Standort im Victoria Park stieß auf Kritik, weil Anwohner und indigene Aktivisten die historische Grünfläche erhalten wollten und vor Eingriffen in ökologisch und kulturell bedeutsame Bereiche warnten.

Im Mai wurde ein Protestcamp von der Polizei geräumt; mehrere Menschen wurden festgenommen. Gleichzeitig zeigen sich viele Menschen in Brisbane laut GEO trotz der Auseinandersetzungen stolz darauf, dass die Welt 2032 in die Stadt schaut.

Insgesamt sollen in Queensland 17 neue und modernisierte Sportstätten entstehen. Dazu gehört ein National Aquatic Centre für rund 25.000 Wassersportfans; außerdem sind mehrere Athletendörfer geplant.

Die Kosten der Spiele werden aktuell auf etwa 15,5 Milliarden Australische Dollar (9,5 Milliarden Euro) geschätzt. Experten gehen laut GEO davon aus, dass die Ausgaben am Ende noch deutlich höher liegen könnten.

Ein weiteres Problem betrifft die Unterbringung. Nach einer Analyse des australischen Immobilienwirtschaftsverbandes Property Council of Australia werden in Südost-Queensland rund 64.800 Hotelzimmer benötigt. Selbst wenn alle derzeit geplanten Projekte fertiggestellt werden, könnten etwa 5.200 Zimmer fehlen; im ungünstigsten Fall könnten es rund 7.400 sein.

Als mögliche Lösungen werden Kreuzfahrtschiffe, städtische Campingplätze und Unterkünfte an Vorort-Pubs genannt. Brendan Connell vom Hafen von Brisbane verwies laut „Sydney Morning Herald“ auf Ozeanriesen als schwimmende Hotels; Barcelona habe dies bei den Spielen 1992 vorgemacht.

Auch die Ruder- und Kanuwettbewerbe sind umstritten. Sie sollen auf dem Fitzroy River stattfinden, etwa 600 Kilometer nördlich von Brisbane, wo starke Strömungen und Salzwasserkrokodile vorkommen.

„Im Süßwasserabschnitt des Flusses gibt es nur sehr wenige Krokodile - ich glaube, wir haben in den letzten 40 Jahren vier entfernt – daher besteht dort keine große Gefahr“, zitierte ABC den Krokodilexperten John Lever.
„Es ist gefährlich, und die Folgen können tödlich sein“, erklärte dagegen der Umweltwissenschaftler Craig Franklin.

Die Prüfung des Standorts sei nach Angaben des Regierungschefs von Queensland, David Crisafulli, positiv ausgefallen. Brisbane hat laut GEO noch fast sechs Jahre Zeit, die offenen Fragen zu klären; die Entwicklung dürfte auch in Deutschland aufmerksam verfolgt werden, während München über mögliche Olympische Spiele für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 diskutiert.

AspektAngabe aus der Quelle
Neues Brisbane Stadium63.000 Besucher
Neue und modernisierte Sportstätten17
National Aquatic Centrerund 25.000 Wassersportfans
Geschätzte Kostenetwa 15,5 Milliarden Australische Dollar (9,5 Milliarden Euro)
Benötigte Hotelzimmer in Südost-Queenslandrund 64.800
Möglicher Fehlbestand an Hotelzimmernetwa 5.200, im ungünstigsten Fall rund 7.400
Entfernung des Fitzroy River von Brisbaneetwa 600 Kilometer

Infobox: Brisbane steht laut GEO vor dem Spannungsfeld zwischen dem Versprechen nachhaltiger, vorhandener Infrastruktur und kostenintensiven Neubauprojekten. Neben den geschätzten Kosten von etwa 15,5 Milliarden Australischen Dollar sorgen fehlende Hotelzimmer, Proteste und der geplante Rudersport auf einem Krokodilfluss für Diskussionen.

Quelle: GEO

Amazon-Siegel steigert Umsatz nachhaltiger gekennzeichneter Produkte

Das Nachhaltigkeitssiegel „Climate Pledge Friendly“ von Amazon wirkt sich laut einer von etailment beschriebenen Studie messbar auf Verkäufe aus. In Europa stieg der Umsatz nach der Aufnahme in das Programm um 15,5 Prozent, in den USA um 12,5 Prozent.

Die Untersuchung von Davide Proserpio, Ali Goli, Tyler Mangini, Ken Lau und Daniela Yu basiert auf realen Verkaufsdaten und nicht auf Umfragen zu Kaufabsichten. Amazon führte „Climate Pledge Friendly“ im Jahr 2020 ein; gekennzeichnete Produkte werden im Einkaufsprozess sichtbar markiert, sind filterbar und können über Empfehlungen oder einen eigenen Bereich entdeckt werden.

Die Studie wertete unter anderem rund 45.000 Produkte im US-Datensatz über etwa drei Jahre aus. Der europäische Datensatz stammte aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien und war ähnlich groß.

In den USA stieg der Umsatz in den zwölf Wochen nach der Aufnahme in das Programm um 12,5 Prozent. Der Gross Merchandise Sales erhöhte sich um 13,3 Prozent, die Zahl ausgelieferter Einheiten um 4,4 Prozent.

In Europa wuchs der Umsatz um 15,5 Prozent, der Gross Merchandise Sales um 16,8 Prozent und die Zahl ausgelieferter Einheiten um 4,2 Prozent. Positive Effekte zeigten sich laut etailment auch über längere Zeiträume von bis zu 48 Wochen.

Das Siegel wirkte jedoch häufig nicht allein. Verkäufer erhöhten nach der Aufnahme in das Programm teilweise Werbeausgaben, veränderten Aktionen oder setzten weitere Marketingmaßnahmen ein.

Wer diese Begleiteffekte nicht herausrechnet, überschätzt den reinen Labeleffekt laut Studie um 19 bis 27 Prozent. Besonders stark profitierten zuvor weniger beachtete Produkte sowie Verbrauchsgüter wie Lebensmittel.

KennzahlUSAEuropa
Umsatz nach Aufnahme in das Programm12,5 Prozent15,5 Prozent
Gross Merchandise Sales13,3 Prozent16,8 Prozent
Ausgelieferte Einheiten4,4 Prozent4,2 Prozent
Zeitraum der Umsatzmessungzwölf Wochenzwölf Wochen

Infobox: Die Studie zeigt steigende Verkäufe nach der Aufnahme in „Climate Pledge Friendly“: 12,5 Prozent in den USA und 15,5 Prozent in Europa. Zugleich wird der Labeleffekt ohne Berücksichtigung zusätzlicher Werbe- und Aktionsmaßnahmen um 19 bis 27 Prozent überschätzt.

Quelle: etailment

Touristik diskutiert den Weg von Nachhaltigkeitsparolen zu Projekten

Beim fvw|TravelTalk Kongress diskutierten Expertinnen und Experten, wie Nachhaltigkeit in der Touristik transparenter, messbarer und wirtschaftlich wirksam werden kann. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Unternehmen Nachhaltigkeit aus der Ebene allgemeiner Aussagen in konkrete Projekte überführen können.

Die Debatte fand laut fvw|TravelTalk vor dem Hintergrund jüngster Krisen wie dem Iran-Krieg und Entwicklungen rund um künstliche Intelligenz statt. Der vorliegende Bericht hebt die Diskussion über praktische Umsetzung und Messbarkeit hervor.

Infobox: Die Touristikbranche sucht nach Wegen, Nachhaltigkeit nachvollziehbar zu machen und mit wirtschaftlicher Wirksamkeit zu verbinden. Im Zentrum stehen konkrete Projekte statt allgemeiner Parolen.

Quelle: fvw|TravelTalk

MAN erreicht Gold im EcoVadis-Nachhaltigkeitsrating

MAN Truck & Bus wurde im EcoVadis-Nachhaltigkeitsrating erneut mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Das Münchner Unternehmen erreichte 82 von 100 Punkten und gehört damit weltweit zu den besten 5 Prozent der im Industriesegment „Herstellung von Kraftfahrzeugen“ bewerteten Unternehmen.

Gegenüber dem Vorjahr verbesserte sich MAN von 70 auf 82 Punkte. Im Vorjahr hatte das Unternehmen die Silbermedaille erhalten und kehrte nun in den Goldstatus zurück.

EcoVadis bewertet die Bereiche Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung. Besonders stark schnitt MAN im Bereich Umwelt mit 86 von 100 Punkten ab.

In den Themenfeldern Arbeits- und Menschenrechte sowie nachhaltige Beschaffung erzielte das Unternehmen jeweils 81 Punkte. Im Bereich Ethik erreichte MAN 74 Punkte.

Die Bewertung berücksichtigt unter anderem Unternehmensprozesse, veröffentlichte Klimaziele, Managementsysteme und Maßnahmen entlang der Lieferkette. Fabian Heidinger, Head of Sustainability bei MAN, betonte, Nachhaltigkeit entstehe durch das Zusammenspiel im gesamten Unternehmen – von Produktentwicklung und Produktion über Einkauf und Lieferkette bis zu Personal und Compliance.

Infobox: MAN erhielt 82 von 100 Punkten und Gold im EcoVadis-Rating. Die stärkste Einzelbewertung lag im Bereich Umwelt bei 86 von 100 Punkten; gegenüber dem Vorjahr verbesserte sich das Unternehmen von 70 auf 82 Punkte.

Quelle: busplaner.de

Quellen: