Nachhaltigkeit im Fokus: Kommunen, Bund und Logistik setzen neue Impulse
Autor: Nachhaltigkeit-Wirtschaft Redaktion
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Kategorie: News
Zusammenfassung: Der Pressespiegel zeigt Nachhaltigkeit als Mitmachthema in Kommunen, ergänzt durch Bundesförderung, Mehrweginitiativen und historische Selbstversorgung.
Nachhaltigkeit im Pressespiegel: Kommunen, Bund und Logistik setzen unterschiedliche Akzente
Ludwigsburg verbindet Nachhaltigkeit mit Mitmachangeboten und Zukunftsthemen
Die Stadt Ludwigsburg kündigt für Samstag, den 17. Oktober, das GUTEN.MORGEN Festival auf dem Franck-Areal am Bahnhof an. Von 11 bis 23 Uhr sollen Besucherinnen und Besucher Zukunftsthemen entdecken, ausprobieren und gemeinsam gestalten können; der Eintritt ist den ganzen Tag frei.
Vorgesehen sind über 15 Mitmach- und Infostände sowie kurze Vorträge im Halbstundentakt. Auf dem Programm stehen unter anderem Lastenrad-Tests, das Fermentieren geretteten Gemüses, Fashion-Upcycling, ein Fair-Trade-Quiz und Informationen zu Wärmepumpen, Green Jobs und Artenschutz.
Die Mitmach- und Infostände sind von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Angeboten werden unter anderem Workshops zur Lebensmittelrettung und Fermentation, Informationen zu Fairtrade, klimafreundlicher Mobilität, Gesundheit, Frauenprojekten in Benin, Textil-Upcycling, Recycling von Plastik und nachhaltigem Konsum.
Auch die Vorträge greifen konkrete Fragen auf. Themen sind unter anderem der Einstieg in die Wärmepumpe, ein Sanierungssprint für ein Haus in nur 22 Tagen, Wege in Green Jobs, Photovoltaik, Glasfaser und Ökostrom, Klimagerechtigkeit, Artenschutz und Plastik-Recycling.
Am Abend stehen zwei Aufführungen der Modenschau „The Seeds of Tomorrow“ auf dem Programm. Die Shows sind für 17.30 Uhr und 19.30 Uhr angekündigt und verbinden Mode, Kunst, Nachhaltigkeit und Zukunft; beteiligt sind 30 Darstellerinnen und 4 Designerinnen.
Für die Gastronomie und Musik ist der Bereich Hi.Francky! vorgesehen. Die Bar ist von 12 bis 23 Uhr geöffnet und bietet Musik, Getränke und Flammkuchen.
| Programmpunkt | Angabe |
|---|---|
| Festival | 17. Oktober, 11 bis 23 Uhr |
| Mitmach- und Infostände | 11 bis 17 Uhr |
| Modenschau | 17.30 Uhr und 19.30 Uhr |
| Bar | 12 bis 23 Uhr |
| Eintritt | Den ganzen Tag frei |
Infobox: Ludwigsburg setzt auf praktische Beteiligung: Lebensmittel retten, Kleidung aufwerten, Recycling ausprobieren und nachhaltige Mobilität kennenlernen.
Quelle: Stadt Ludwigsburg
Ratingen zieht Bilanz aus drei Wochen Nachhaltigkeit
In Ratingen standen bei den diesjährigen Tagen der Nachhaltigkeit mehr als 60 Veranstaltungen auf dem Programm. Besucherinnen und Besucher konnten sich über nachhaltige Projekte, Ideen und Möglichkeiten zur Mitwirkung informieren.
Die Veranstaltungsreihe dauerte vom 10. bis 30. September. Angeboten wurden unter anderem Vorträge, thematische Stadtspaziergänge, Schnuppertage in Gemeinschaftsgärten, bei sozialen Einrichtungen und Firmen, Mitmachangebote, Ausstellungen, Filmvorführungen und Feste.
Nach Angaben der Stadt stiegen im Vergleich zum Vorjahr erneut die Zahl der Veranstaltungen und Akteure sowie die Vielfalt der Themenschwerpunkte. Nachhaltigkeit sei damit in unterschiedlichen Teilen der Stadtgesellschaft verankert.
Den Abschluss bildete ein öffentliches Dialogforum zur Ratinger Nachhaltigkeitsstrategie. Dort tauschten sich Bürgerinnen und Bürger mit Politik und Verwaltung über die nachhaltige Entwicklung der Stadt aus und diskutierten die weitere Umsetzung der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele auf kommunaler Ebene.
„Diese positive Resonanz zeigt, dass Nachhaltigkeit ein Themenfeld ist, das zahlreiche Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen bewegt und zum gemeinsamen Handeln in Ratingen motiviert“, sagte Bürgermeister Patrick Anders laut RP Online.
Auch Alexandra Habot aus dem Vorstand des Vereins Ratingen.nachhaltig betonte das Interesse an konkreten Handlungsmöglichkeiten vor Ort. Bei den Veranstaltungen hätten Teilnehmende die Gelegenheit genutzt, sich auszutauschen und neue Impulse zu setzen.
Infobox: Mehr als 60 Veranstaltungen fanden vom 10. bis 30. September statt. Das Dialogforum zur Nachhaltigkeitsstrategie bildete den Abschluss.
Quelle: RP Online
Bundeskabinett beschließt Aktionsplan Nachhaltigkeit
Das Bundeskabinett hat den Aktionsplan „Nachhaltigkeit für ein modernes und zukunftsfähiges Deutschland“ beschlossen. Laut GABOT.de setzt die Bundesregierung damit auch eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag um.
Der Aktionsplan enthält ressortübergreifende Missionen, die zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele beitragen sollen. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat brachte Missionen zu klimaangepasstem Waldmanagement und biobasiertem Verpackungsmaterial ein.
Eine zentrale Mission ist die Stärkung von Wäldern als Erholungsorte sowie als widerstands- und leistungsfähige Ökosysteme. Der Bund fördert den Erhalt, die Pflege und die Entwicklung klimaresilienter Mischwälder gemeinsam mit den Ländern über die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“.
Das Förderprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ ist ab Oktober wieder für Erstanträge auf eine Förderung ab dem 1. Januar 2027 geöffnet. Die jährlichen Fördermittel für das Programm werden ab Januar 2027 auf 200 Mio. Euro aufgestockt.
Darüber hinaus unterstützt das Ministerium den Einsatz sogenannter Drop-in-Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen als biobasiertes Verpackungsmaterial. Das BMLEH beteiligt sich außerdem an weiteren Missionen der Bundesregierung, darunter Maßnahmen zur Förderung von mehr gesunden Lebensjahren für alle Menschen bis ins hohe Alter durch Ernährung.
Der Aktionsplan konkretisiert die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie mit Missionen und Maßnahmen. Er umfasst fünf Handlungsfelder: die Zukunftsfähigkeit von Staat und Gesellschaft, ökonomische Nachhaltigkeit, soziale Nachhaltigkeit, ökologische Nachhaltigkeit sowie internationale Verantwortung und Zusammenarbeit.
„Zukunft gestalten geht nur gemeinsam. Das zeigt der Aktionsplan Nachhaltigkeit ganz deutlich“, sagte Bundesminister Alois Rainer laut GABOT.de.
| Maßnahme | Angabe |
|---|---|
| Förderprogramm | Klimaangepasstes Waldmanagement |
| Erstanträge | Ab Oktober für eine Förderung ab dem 1. Januar 2027 |
| Jährliche Fördermittel ab Januar 2027 | 200 Mio. Euro |
| Handlungsfelder | Fünf |
Infobox: Der Aktionsplan verbindet Waldmanagement, biobasierte Verpackungen, Ernährung und weitere Nachhaltigkeitsmissionen. Für das klimaangepasste Waldmanagement sind ab Januar 2027 jährliche Fördermittel von 200 Mio. Euro vorgesehen.
Quelle: GABOT.de
Landkreis Kulmbach stattet 631 Schulanfänger mit Mehrwegprodukten aus
Im Landkreis Kulmbach erhalten alle Schulanfängerinnen und Schulanfänger eine wiederbefüllbare Trinkflasche und eine umweltfreundliche Brotdose. Die Aktion der Abfallberatung soll bereits bei Kindern ein Bewusstsein für Müllvermeidung und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen schaffen.
Der Auftakt fand an der Grundschule Presseck statt. Dort erhielten zehn Schulanfängerinnen und Schulanfänger die Trinkflaschen und Brotdosen für ihren neuen Schulalltag.
Die Trinkflasche wurde als langlebige Alternative zu Einwegverpackungen ausgewählt. Sie ist bruchsicher, spülmaschinengeeignet, frei von Beschichtungen und Schadstoffen und hält Getränke dank ihrer Isolierung über längere Zeit frisch.
Die Brotdose trägt den Aufdruck „Abfallvermeidung – die beste Entscheidung“ sowie das Logo des „Bio-Billys“. Sie ist laut Der Neue Wiesentbote frei von Weichmachern.
Im gesamten Landkreis starten in diesem Jahr 631 Schulanfängerinnen und Schulanfänger ins Schulleben. Sie alle erhalten die praktischen Begleiter für Brotzeit und Getränke.
Unterstützt wird die Aktion von der Sparkasse Kulmbach-Kronach und der VR Bank Oberfranken Mitte eG. Die Abfallberatung des Landkreises vermittelt mit verschiedenen Projekten in Kindergärten und Schulen Themen wie Abfallvermeidung, Ressourcenschonung und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt.
„Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht“, sagte Detlef Zenk, Leiter des Fachbereichs Abfallberatung und Deponiebetrieb, laut Der Neue Wiesentbote.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Schulanfängerinnen und Schulanfänger im Landkreis | 631 |
| Schulanfängerinnen und Schulanfänger beim Auftakt in Presseck | 10 |
Infobox: Mehrwegprodukte sollen im Landkreis Kulmbach von Beginn an zum Schulalltag gehören. Insgesamt 631 Schulanfängerinnen und Schulanfänger erhalten Trinkflasche und Brotdose.
Quelle: Der Neue Wiesentbote
Freilichtmuseum Finsterau zeigt historische Formen der Selbstversorgung
Das Freilichtmuseum Finsterau lädt am 11. Oktober um 14 Uhr zur Themenführung „Nachhaltigkeit – aus der Vergangenheit für die Zukunft“ ein. Im Mittelpunkt stehen Selbstversorgung und der bewusste Umgang mit Lebensmitteln.
Am Beispiel des Sachls aus Rumpenstadl erfahren die Besucherinnen und Besucher, wie Menschen früher mit den Erzeugnissen aus Haus, Hof, Garten und Natur auskamen. Fleisch, Eier, Milch, Obst, Gemüse und Getreide wurden selbst erzeugt sowie auf unterschiedliche Weise verarbeitet und haltbar gemacht.
Die Führung zeigt außerdem, dass möglichst wenig verschwendet und vieles weiterverwendet wurde. Die Veranstaltung lädt zum Mitmachen, Anschauen, Riechen und Austauschen ein und verbindet historische Alltagspraktiken mit Anregungen für die Zukunft.
Die Themenführung ist im Museumseintritt enthalten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
| Veranstaltung | Angabe |
|---|---|
| Themenführung | „Nachhaltigkeit – aus der Vergangenheit für die Zukunft“ |
| Termin | 11. Oktober um 14 Uhr |
| Ort | Freilichtmuseum Finsterau |
| Anmeldung | Nicht erforderlich |
| Eintritt | Im Museumseintritt enthalten |
Infobox: Die Führung macht historische Selbstversorgung, Haltbarmachung und Abfallvermeidung anhand des Sachls aus Rumpenstadl anschaulich.
Quelle: MuW Nachrichten
Studie untersucht Nachhaltigkeit und Klimarisiken in der Logistik
Die Kühne Logistics University und das Kuehne Climate Center haben am 5. Oktober die erste Global Sustainable Logistics Survey veröffentlicht. Der Report basiert auf Antworten von 1.085 in der Logistik tätigen Personen aus 64 Ländern.
Die Befragung zeigt laut logistik-heute.de eine weitgehende Übereinstimmung zwischen Logistikunternehmen und ihren Kunden darüber, welche Maßnahmen Emissionen senken können. Lösungen, die hohe Investitionen, öffentliche Infrastruktur oder politische Unterstützung erfordern, sind jedoch weniger verbreitet.
Dazu zählen emissionsarme Kraftstoffe, die Elektrifizierung von Flotten, die Verlagerung des Verkehrs auf Schienen und Wasserstraßen sowie CO2-Bepreisung. Als Grund für die schleppende Verbreitung nennt die Studie nicht fehlende Einigkeit über den Nutzen, sondern den Bedarf an koordinierten systemischen Eingriffen und öffentlichen Investitionen.
Die Untersuchung enthält zehn Empfehlungen für politische Entscheidungsträger und zwölf Empfehlungen für Logistikfachleute. Der Report soll einen Referenzpunkt für die Beobachtung des Sektors über die UN-Dekade für nachhaltigen Transport von 2026 bis 2035 schaffen.
Auch der Kompetenzbedarf wird in der Studie betrachtet. Ein Mangel an Kompetenzen zur Emissionsberechnung und -berichterstattung wird in Lateinamerika, Subsahara-Afrika und drei asiatischen Subregionen von bis zu 60 Prozent der Befragten als besonders ausgeprägt eingeschätzt. In Westeuropa gilt Systems Thinking laut Studie für 43 Prozent als knapp.
Vier von fünf Befragten beziehungsweise 83 Prozent glauben, dass der Klimawandel einen grundlegenden Umbau der Logistiksysteme erfordert. Gleichzeitig halten nur 45 Prozent die aktuellen Anpassungsmaßnahmen mittelfristig für ausreichend.
Extreme Hitze gilt in jeder Verkehrssparte und Region als dringlichstes Risiko für Vermögenswerte und Betriebsabläufe. Als drei wirksamste Resilienzmaßnahmen nennen die Befragten klimaresiliente Infrastruktur, Klimarisikobewertung und Szenarioplanung sowie digitale Werkzeuge zur Überwachung von Klimarisiken.
„Nachhaltige Logistiklösungen sind vorhanden, aber zu wenige schaffen den Sprung von Forschung und Pilotprojekten in die alltägliche Praxis“, sagte Prof. Dr. Johannes Meuer laut logistik-heute.de.
| Studienangabe | Wert |
|---|---|
| Befragte Personen | 1.085 |
| Berücksichtigte Länder | 64 |
| UN-Dekade für nachhaltigen Transport | 2026–2035 |
| Befragte, die grundlegenden Umbau erwarten | 83 Prozent |
| Befragte, die aktuelle Anpassungsmaßnahmen mittelfristig für ausreichend halten | 45 Prozent |
| Knappheit von Systems Thinking in Westeuropa | 43 Prozent |
| Maximale Einschätzung des Mangels an Emissionsberechnungs- und Reporting-Kompetenzen in genannten Regionen | 60 Prozent |
Infobox: Die Studie sieht weniger ein Akzeptanzproblem als ein Umsetzungsproblem. Infrastruktur, öffentliche Investitionen, politische Koordination und Kompetenzen gelten als entscheidend, damit vorhandene Nachhaltigkeitslösungen in der Logistik breiter eingesetzt werden.
Quelle: logistik-heute.de
Quellen:
- Nachhaltigkeit
- In Ratingen: So wichtig waren die Tage der Nachhaltigkeit
- BMLEH: Kabinett beschließt Aktionsplan Nachhaltigkeit
- "Nachhaltigkeit für den Schulranzen" - Landkreis Kulmbach stattet 631 Schulanfänger aus - Mit Trinkflasche und Brotdose nachhaltig ins erste Schuljahr
- Nachhaltigkeit – Themenführung am 11.10. um 14 Uhr im Freilichtmuseum
- Nachhaltigkeit: Kuehne Climate Center veröffentlicht erste Global Sustainable Logistics Survey