Nachhaltigkeit im Fokus: Holz, Schiffbau, E-Autos, Smartphones und Joghurtverpackungen
Autor: Nachhaltigkeit-Wirtschaft Redaktion
Veröffentlicht:
Kategorie: News
Zusammenfassung: Die Meldungen zeigen Nachhaltigkeitsfortschritte bei Holzverarbeitung und Schiffbau, während eine TUM-Analyse die begrenzte Klimawirkung von Elektroautos über ihren Lebenszyklus betont.
Nachhaltigkeit zwischen Holz, Schiffbau und Konsum: Die wichtigsten Meldungen
Gelo gilt als deutschlandweiter Pionier bei nachhaltiger Holzverarbeitung
Das Bad Weißenstadter Sägewerk Gelo gehört laut Frankenpost zu den ersten Unternehmen in Deutschland, die Öko-Auflagen erfüllten. Seit 25 Jahren nimmt der Betrieb dafür einen hohen Mehraufwand in Kauf.
Holz prägt dem Bericht zufolge zahlreiche Bereiche des Alltags. Der Rohstoff findet sich unter anderem in Papiertaschentüchern, Einkaufszetteln, Tapeten, Schränken sowie als Brennstoff und Wärmelieferant. Auch in Zahnpasta, Displays, Autoreifen und Lacken stecken Holzbestandteile wie Cellulose oder Lignin. Aus dem traditionellen Rohstoff sei damit längst ein Hightech-Material geworden.
Gelo steht dabei beispielhaft für eine nachhaltigere Nutzung von Holz in der industriellen Verarbeitung. Im Mittelpunkt steht die Einhaltung ökologischer Vorgaben, die der Betrieb nach Angaben der Frankenpost bereits seit einem Vierteljahrhundert mit zusätzlichem Aufwand verfolgt.
Infobox: Gelo erfüllte als eines der ersten Unternehmen in Deutschland Öko-Auflagen. Das Sägewerk verfolgt diesen Ansatz seit 25 Jahren.
Italienische maritime Industrie präsentiert nachhaltige Technologien
Auf der SMM in Hamburg zeigen 22 Unternehmen am Gemeinschaftsstand der Italian Trade Agency innovative Lösungen für die maritime Industrie. Die Aussteller präsentieren vom 1. bis 4. September nachhaltige Antriebstechnologien, Umwelt- und Energiesysteme sowie Hightech-Komponenten für den Schiffbau. Darüber berichtet das Presseportal in einer Mitteilung der Italian Trade Agency.
Das Angebot reicht von Komponenten für Navigation, Kommunikation und Schiffssicherheit über innovative Werkstoffe und Antriebslösungen bis hin zu technischen Ausrüstungen für den modernen Schiffbau. Vertreten sind sowohl etablierte Traditionsunternehmen als auch Newcomer, kleinere Familienbetriebe und aufstrebende mittelständische Unternehmen.
Ferdinando Fiore, Direktor der Italian Trade Agency in Berlin, sieht in der SMM eine wichtige Plattform, um die Innovationskraft der italienischen Schiffbau-, Meerestechnik- und Zulieferindustrie einem internationalen Fachpublikum vorzustellen. Zugleich soll die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Deutschland als wichtigstem Handelspartner Italiens gestärkt werden.
„Green Transition“ steht bei den Unternehmen nicht zuletzt wegen strengerer EU-Auflagen im Fokus.
Der maritime Sektor Italiens ist nach Angaben der Quelle seit 2014 kontinuierlich gewachsen und blieb auch während der Pandemie stabil. Der Gesamtumsatz stieg von 2,48 Milliarden Euro im Jahr 2014 auf rund 8,6 Milliarden Euro im Jahr 2025. Rund 78 Prozent der Produktion waren 2025 für den Export bestimmt.
Mit mehr als 1,13 Millionen Beschäftigten zählt der maritime Sektor zu den bedeutenden Industriezweigen Italiens. In der Schiffbau- und Navalmechatronikbranche arbeiten rund 180.000 Menschen, wobei der Sektor von zahlreichen kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt ist.
| Kennzahl | Angabe |
|---|---|
| Gesamtumsatz 2014 | 2,48 Milliarden Euro |
| Gesamtumsatz 2025 | rund 8,6 Milliarden Euro |
| Exportanteil der Produktion 2025 | rund 78 Prozent |
| Beschäftigte im maritimen Sektor | mehr als 1,13 Millionen |
| Beschäftigte in Schiffbau und Navalmechatronik | rund 180.000 |
Auch bei den Werften nimmt Italien eine Spitzenposition ein. Mit einem Nettoumsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschafteten die italienischen Werften 2024 erneut den höchsten Branchenumsatz in Europa. Frankreich folgte mit 11,6 Milliarden Euro.
Die nachhaltige Transformation wird durch staatliche und europäische Programme unterstützt. Das italienische Programm Transizione 5.0 fördert Energieeffizienz und Digitalisierung, während die EU mit Hy2Tech nachhaltige Wasserstoff- und Brennstoffzellenantriebe sowie Hybridtechnologien unterstützt. Ziel der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation ist es, im internationalen Seeverkehr bis etwa 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen.
Deutschland und Italien arbeiten entlang der gesamten maritimen Wertschöpfungskette eng zusammen. Deutschland liefert unter anderem Antriebstechnik, Klima- und Heizungssysteme, Stahlkomponenten, Innenausbau, Großküchentechnik sowie Steuerungs- und Sicherheitselektronik. Laut ISTAT entfielen rund 12 Prozent des gesamten italienischen Außenhandels auf Deutschland.
Für 2025 weist die Quelle eine gesamte branchenbezogene Wertschöpfung von rund 13 Milliarden Euro aus. Die Exportquote der italienischen Werften lag bei rund 90 Prozent, die reinen Schiffbau-Exporte beliefen sich auf über 4 Milliarden Euro.
Im Superyachtsegment behauptet Italien laut Bericht seine führende Position. Im Frühjahr 2026 stellte das Land 52 Prozent des weltweiten Auftragsbuches für Superyachten mit mehr als 24 Metern. Der globale Markt für den Freizeitbootsbau erreichte 2025 ein Gesamtvolumen von 33,3 Milliarden Euro.
Demgegenüber stand das Segment der Klein- und Mittelboote mit weniger als 10 Metern unter Druck. Seit Ende 2025 sinke das Konsumentenvertrauen in Europa, während die Händlerbestände in Deutschland und anderen Märkten von Januar bis April 2026 hoch gewesen seien. Dies führte laut Quelle zu einer vorübergehenden Produktionsberuhigung.
Die maritime Verbindung zwischen Deutschland und Italien zeigte sich dennoch widerstandsfähig. Hamburg und Bremen meldeten im ersten Quartal 2026 stabile intermodale Verknüpfungen mit den italienischen Hubs Triest und Genua.
- Italienische Werften erzielten 2024 mit 13,6 Milliarden Euro den höchsten Branchenumsatz Europas.
- Das Superyachtsegment stellte im Frühjahr 2026 52 Prozent des weltweiten Auftragsbuches.
- Die italienische Werftindustrie erreicht eine Exportquote von rund 90 Prozent.
- Nachhaltige Antriebe, Energieeffizienz und Digitalisierung stehen im Zentrum der Transformation.
Infobox: Die Italian Trade Agency präsentiert auf der SMM vom 1. bis 4. September 22 Unternehmen. Italiens maritime Industrie verbindet hohe Exportorientierung mit Investitionen in nachhaltige Antriebs- und Energiesysteme.
TUM-Analyse stellt Nachhaltigkeitsbilanz von Elektroautos zur Debatte
Elektroautos werden in der EU-Klimabilanz mit null Gramm CO2 pro Kilometer bewertet, weil am Auspuff kein CO2 ausgestoßen wird. Eine bislang unveröffentlichte Analyse der Technischen Universität München stellt laut Elektroauto-News infrage, wie stark diese Bewertung die tatsächlichen Emissionen über den gesamten Lebenszyklus abbildet.
Der Auswertung zufolge sparen batterieelektrische Fahrzeuge über ihren gesamten Lebenszyklus durchschnittlich 41 Prozent CO2 gegenüber vergleichbaren Verbrennern ein. Elektroautos blieben damit klimafreundlicher, seien aber deutlich von einer Klimaneutralität entfernt.
Das Papier mit dem Titel „Defossilisation statt Dekarbonisation“ wertet 19 bestehende Studien aus, in denen insgesamt 47 Szenarien simuliert wurden. In die Betrachtung sollen die Rohstoffgewinnung, die Fahrzeug- und Batterieproduktion, der Betrieb sowie das Recycling einfließen.
Die EU-Flottenverordnung berücksichtigt nach Darstellung der Quelle ausschließlich die Emissionen am Auspuff. Rohstoffgewinnung, Batteriezellfertigung, Karosserieproduktion und Verwertung bleiben demnach außen vor. Die TUM-Autoren fordern deshalb eine Schadstoffbilanz, die den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs erfasst.
Die Analyse spricht von einer „substanziellen Fehlsteuerung“ der europäischen Klimastrategie.
Ein wesentlicher Teil der Emissionen entsteht dem Bericht zufolge bei der Herstellung von Stahl und Aluminium für die Karosserie sowie bei der Batteriezellfertigung. Elektroautos starten dadurch mit einem höheren CO2-Rucksack als vergleichbare Verbrenner. Erst im Betrieb können sie diesen anfänglichen Nachteil abbauen.
Wie lange dieser Ausgleich dauert, wird in verschiedenen Studien unterschiedlich bewertet. Eine vielbeachtete Studie des ICCT aus dem Jahr 2025 kam laut Quelle zu dem Ergebnis, dass der Ausgleich nach etwa 17.000 Kilometern erreicht werde, also nach rund ein bis zwei Jahren im Betrieb.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| CO2-Einsparung batterieelektrischer Fahrzeuge im Lebenszyklus | durchschnittlich 41 Prozent |
| Ausgewertete Studien | 19 |
| Simulierte Szenarien | 47 |
| Prognose für Verbrennungsmotoren im Fahrzeugbestand 2030 | rund 78 Prozent |
| Ausgleich des CO2-Rucksacks laut ICCT-Studie von 2025 | etwa 17.000 Kilometer |
Die TUM-Autoren gehen außerdem davon aus, dass 2030 noch rund 78 Prozent aller zugelassenen Fahrzeuge im Bestand einen Verbrennungsmotor haben dürften. Regulierungen, die überwiegend auf neu zugelassene Fahrzeuge zielen, würden daher nur einen kleinen Ausschnitt des Fahrzeugbestands erfassen.
Elektroauto-News weist zugleich auf offene Fragen zur Datengrundlage und Methodik hin. Das Papier sei offenbar ein Whitepaper und keine begutachtete Fachpublikation. Zudem könne die Verwendung älterer Studien mit fossileren Strommixen den durchschnittlichen Emissionswert von Elektroautos ungünstig beeinflussen.
Auch die Kritik an der EU-Bilanz ist nicht unumstritten. Martin Jendrischik, Chefredakteur des Portals CleanThinking, argumentiert laut Quelle, aus einer CO2-Reduktion von 41 Prozent folge nicht, dass Verbrenner weiterhin die bessere Wahl seien. Zudem werde in verschiedenen Bilanzen die Produktionskette von Benzin mit Förderung, Transport und Raffinierung ebenfalls kaum oder gar nicht berücksichtigt.
Unbestritten sei laut Bericht, dass die bestehende EU-Regulierung die reale CO2-Bilanz eines Fahrzeugs nicht vollständig abbilde. Offen bleibe jedoch, welche politischen Konsequenzen daraus folgen sollten. Alternativen wie grüner Wasserstoff oder E-Fuels seien auf absehbare Zeit knapp und teuer.
Infobox: Die TUM-Analyse beziffert den durchschnittlichen Lebenszyklusvorteil von Elektroautos mit 41 Prozent CO2 gegenüber vergleichbaren Verbrennern. Zugleich fordert sie eine umfassendere Bilanzierung, während Methodik und Datengrundlage vor der offiziellen Vorstellung noch nicht vollständig bekannt waren.
Fairphone 6+ verbindet Reparierbarkeit mit langfristigem Software-Support
Das Fairphone 6+ setzt laut Utopia.de auf Reparierbarkeit, recycelte Materialien und eine lange Nutzungsdauer. Das Smartphone kostet 649 Euro und wurde in einem ausführlichen Praxistest der Deutschen Presse-Agentur untersucht.
Das zentrale Merkmal ist der modulare Aufbau. Insgesamt zwölf interne Komponenten lassen sich dem Bericht zufolge selbst austauschen, darunter Display, Akku, USB-C-Anschluss und Kameras. Ein Torx-5-Schraubendreher wird mitgeliefert, sodass für den Austausch keine Fachkenntnisse erforderlich seien.
Auch die Ersatzteilpreise werden im Test konkret genannt. Ein neues Display kostet im Herstellershop knapp 90 Euro, ein Ersatz-Akku 40 Euro und das Hauptkameramodul 70 Euro.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Preis | 649 Euro |
| Austauschbare interne Komponenten | zwölf |
| Display-Ersatzteil | knapp 90 Euro |
| Ersatz-Akku | 40 Euro |
| Hauptkameramodul | 70 Euro |
| Recycelte oder fair gewonnene Materialien | mehr als 50 Prozent der Gesamtmasse |
| Post-Consumer-Rezyklat in den Kunststoffen | über 93 Prozent |
| Garantierte Software-Updates | bis zum Jahr 2033 |
Mehr als 50 Prozent der Gesamtmasse sollen nach Herstellerangaben aus fair gewonnenen oder recycelten Materialien bestehen. Bei den Kunststoffen liegt der Anteil des sogenannten Post-Consumer-Rezyklats laut Utopia bei über 93 Prozent.
Das Fairphone 6+ wird als vollständig Elektroschrott-neutral beschrieben. Die austauschbaren Module sollen Reparaturen erleichtern und dadurch die Entstehung von Elektromüll reduzieren. Zusätzlich soll das Gerät bis zum Jahr 2033 mit Software-Updates versorgt werden.
Bei der Leistung verfügt das Plus-Modell erstmals über zwölf Gigabyte RAM und den Prozessor Qualcomm Snapdragon 7s Gen 4. Gegenüber dem Basismodell mit 8 GB RAM und Snapdragon 7s Gen 3 soll die Multitasking-Performance um bis zu 20 Prozent höher sein. Im Alltag sei der Unterschied jedoch kaum spürbar gewesen; messbare Vorteile zeigten sich vor allem in Benchmark-Tests.
Im Single-Core-Test von Geekbench 6 erreichte das Gerät bis zu 1.302 Punkte, im Multi-Core-Test rund 3.616 Punkte. Für anspruchsvolle, grafikintensive 3D-Spiele stoße der Adreno-Grafikchip laut Test schneller an seine Grenzen als die Konkurrenz.
Das 6,31 Zoll große Kunststoff-OLED-Display bietet eine Helligkeit von bis zu 1.400 Nits. Die Bildrate passt sich automatisch an die jeweilige Nutzung an. Kritisiert werden dagegen die breiten, asymmetrischen Displayränder, die Dicke von fast 10 Millimetern sowie das Gewicht von 191 bis 193 Gramm.
Der Akku hat eine Kapazität von 4.415 mAh und wird mit 30 Watt geladen. Im PCMark-Akkutest hielt das Fairphone 6+ nur gute 12 Stunden durch und damit anderthalb Stunden weniger als das Fairphone 6.
Das Kamerasystem besteht aus einem 50-Megapixel-Hauptsensor mit optischer Bildstabilisierung und einem 13-Megapixel-Ultraweitwinkelobjektiv. Die Hauptkamera liefert bei Tageslicht natürliche Farben und scharfe Details, während Makroaufnahmen besonders gut gelingen. Der zehnfache Digitalzoom erzeugt dagegen häufig verwaschene Ergebnisse.
Die Frontkamera bietet 32 Megapixel. Im Test traten bei direkt nacheinander aufgenommenen Selfies sichtbare Unterschiede bei der Farbdarstellung auf. Utopia hält es für möglich, dass sich diese Schwächen durch ein Software-Update beheben lassen.
Als Betriebssystem kommt Android 16 ohne Herstelleranpassungen zum Einsatz. Außerdem ist das Gerät mit dem Google-freien Betriebssystem e/OS erhältlich. Ein gelber Moments-Schalter aktiviert einen Fokusmodus, der die Nutzung auf wesentliche Apps wie Karten oder Kamera beschränkt, oder kann mit anderen Funktionen belegt werden.
Utopia bewertet das Fairphone 6+ als besonders langlebiges und reparaturfreundliches Smartphone. Der Aufpreis von 50 bis 100 Euro gegenüber dem Standardmodell sei jedoch schwer zu rechtfertigen, weil das Leistungsplus im Alltag kaum auffalle und die Akkulaufzeit schwächer ausfalle.
- Stärken: zwölf austauschbare Komponenten, Ersatzteile, Updates bis 2033 und mehr als 50 Prozent fair gewonnene oder recycelte Materialien.
- Schwächen: schwächere Akkulaufzeit, breite Displayränder, begrenzte Zoom-Qualität und Software-Macken bei der Kamera.
- Ein Wechsel vom normalen Fairphone 6 wird laut Test nicht empfohlen.
Infobox: Das Fairphone 6+ kostet 649 Euro und bietet zwölf Gigabyte RAM, zwölf austauschbare Komponenten sowie Updates bis 2033. Nachhaltigkeit und Reparierbarkeit überzeugen, während der praktische Mehrwert gegenüber dem Standardmodell begrenzt bleibt.
Joghurtverpackungen: Gewicht und Transportweg beeinflussen die Umweltbilanz
Beim Joghurtkauf sollten Verbraucherinnen und Verbraucher nicht ausschließlich auf Bio-Label oder das Verpackungsmaterial achten. Wie Watson.de berichtet, spielen auch das Gewicht der Verpackung, der Materialeinsatz und die Transportwege eine wichtige Rolle.
Plastik sei beim Transport besonders leicht, erklärt Katharina Istel, Referentin für Kreislaufwirtschaft beim NABU, laut Watson unter Berufung auf Utopia. Gleichzeitig sei Plastik problematisch, weil seine Herstellung meist auf Erdöl beruhe und zersetztes Plastik als Mikroplastik in die Umwelt gelangen könne.
Auch Glas ist dem Bericht zufolge nicht automatisch die umweltfreundlichere Alternative. Die Herstellung von Glas und das Einschmelzen beim Recycling benötigen viel Energie. In vielen Fällen könne Joghurt in Plastikverpackungen deshalb besser abschneiden.
„Auf Joghurt und Desserts in Einweg-Gläsern sollte man unbedingt verzichten.“
Mehrweggläser werden als sinnvolle Option beschrieben, wenn der Joghurt aus regionalen Betrieben stammt und nicht wegen des höheren Gewichts über weite Strecken transportiert wird. Entscheidend sei somit nicht allein, ob eine Verpackung wiederverwendbar oder recycelbar ist, sondern auch, welchen Weg sie zurücklegt.
Bei Kunststoff komme es zudem auf die Art des Materials an. Becher aus Polypropylen würden häufiger recycelt und seien daher ökologisch empfehlenswert. Verbraucherinnen und Verbraucher können Polypropylen am Recyclingcode „05“ erkennen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Herstellung von Joghurt zu Hause. Joghurtbereiter ermöglichen die Wiederverwendung von Mehrweggläsern oder anderen Behältern, einige Geräte kommen laut Bericht sogar ohne Strom aus. Außerdem lassen sich Geschmacksrichtungen frei wählen und mit bestimmten Geräten auch vegane Varianten herstellen.
Für gekaufte Joghurts empfiehlt die Expertin, sämtliche Bestandteile der Verpackung korrekt zu entsorgen. Zudem sei ein großer Joghurtbecher gegenüber vielen kleinen Bechern vorzuziehen.
- Plastik ist beim Transport besonders leicht.
- Glasproduktion und Glasrecycling benötigen viel Energie.
- Mehrweggläser sind vor allem bei regionalen Produkten sinnvoll.
- Polypropylen-Becher tragen den Recyclingcode „05“.
- Große Joghurtbecher verursachen weniger Verpackungsaufwand als viele kleine Becher.
Infobox: Die Umweltwirkung einer Joghurtverpackung hängt von Material, Gewicht, Recycling und Transportweg ab. Einweg-Gläser sollten vermieden werden; regionale Mehrweggläser oder Polypropylen-Becher können je nach Umständen sinnvoller sein.
Quellen:
- Deutschlandweiter Pionier: Gelo setzt voll auf Nachhaltigkeit
- Italien setzt auf Innovation und Nachhaltigkeit in der maritimen Industrie
- TUM-Analyse zur Nachhaltigkeit von E-Autos sorgt für Debatte
- Werbung mit Nachhaltigkeit: Was ab 27. September 2026 verboten ist
- Fairphone 6+ im Praxistest: Nicht nur bei der Nachhaltigkeit unschlagbar
- Joghurt-Kauf im Supermarkt: Viele Deutsche machen diesen Fehler